Auf Schusters Rappen im Westerwald unterwegs

In der vergangenen Woche hat die seit 41 Jahren bestehende Vredener Wandergruppe „Bi Wind un Weer“ mit 19 Teilnehmer*innen, trotz Corona, einen siebentägigen Wanderurlaub im Westerwald verbracht.

Aufgrund der rheinland-pfälzischen Coronavorschriften musste in 2 festen Kleingruppen, mit bis zu 10 Personen, gewandert werden.

Agnes und Josef Alfers waren, mit 83 Jahren, die ältesten Wanderteilnehmer*innen. Das seit einigen Jahren in der Nähe von Montabaur wohnende Ehepaar Margit und Robert Stephan, hatten abwechslungsreiche Wandertouren, mit täglichen Strecken bis zu 20 km vorbereitet.

„O du schöner Westerwald über deine Höhn pfeift der Wind so kalt…“, so heißt es in einem bekannten Volksliedtext, dementsprechend war das Wetter mit Wind, Regen und einigen Sonnenstunden durchwachsen.

Ausgangspunkt für die Wanderungen war das Kneipp-Heilbad und der Luftkurort Bad Marienberg.

Am Anreisetag wurden zunächst der Ort und die nähere Umgebung erkundet. Danach gelangten die Wander*innen über einen Rundwanderweg in einen im Wald- und Wiesengelände gelegenen Wildpark auf der Zinhainer Höhe. Dort konnte man vom Hedwigsturm aus bei Sonnenschein einen wunderschönen Weitblick in den Westerwald genießen. Auf dem Rückweg ging es zurück durch den Basaltpark, wo die Geschichte des Basaltabbaus anschaulich dokumentiert wurde.

Am 2. Tag erfolgte zunächst ein schweißtreibender Anstieg zur Burg Grenzau in der Nähe von Höhr-Grenzhausen. Von Grenzau ging es weiter über herrliche Wanderwege durch das Brexbachtal. Danach folgte ein steiler Anstieg zum Aussichtspunkt Teufelsberg. Über Nauort und Alsbach wurde die Rundwanderung beendet.

Am 3. Tag begann die Wandertour am historischen Landgasthaus „Studentenmühle“ in Nomborn. Durch das malerische Eisenbachtal  gelangte die Wandergruppe nach Wirzenborn. In diesem Wallfahrtsort mit seiner bemerkenswerten Wallfahrtskirche und einigen schönen Fachwerkhäusern wurde eine Rast eingelegt. Durch das Gelbachtal ging es weiter nach Montabaur. Am Nachmittag wurde der historische Stadtkern von Montabaur besichtigt und ein Ausblick vom Schlossberg genossen.

Am 4. Tag startete die Wandergruppe in Pottum. Zunächst ging es vorbei an dem künstlich aufgestauten Wiesensee. Der Wanderweg führte vorbei an Westerburg. Die Wandergruppe machte Mittagspause in Gemünden. Das Highlight an diesem Wandertag war die Holzbachschlucht, ein Naturschutzgebiet mit steilen Felswänden und Felsbrocken, das zwischen Gemünden und dem Hofgut Dapprich liegt.

Am 5. Tag begann die Wanderstrecke in Bad Marienberg. Der Wanderweg führte vorbei an den großen und kleinen Wolfsteinen. Diese Basaltformationen, die sich mitten im Wald befinden, sind Naturdenkmale. Das Ziel der Wandergruppe war an diesem Tag die Stadt Hachenburg.

Am 6. Tag unternahmen die Wanderfreunde eine weitere herrliche Rundwanderung von 20 km ab Wölferlingen entlang der Westerwälder Seenplatte. Hierzu gehören sieben Gewässer, die wegen ihrer geringen Tiefe als Weiher bezeichnet werden und ein Eldorado für Wasser- und Watvögel sind. Die größsten Weiher sind der Dreifelder Weiher, Haidenweiher und Brinkenweiher.

Zum Abschluss der Wanderwoche (7. Tag) durfte ein Bummel durch den historischen Stadtkern von Limburg an der Lahn und eine Führung durch den weithin sichtbaren spätromanischen Limburger Dom nicht fehlen.

Die Wanderer*innen waren sich einig, dass der Westerwald ein attraktives Wanderparadies mit idyllischen Bachtälern, waldreichen Höhen und ausgedehnten Wiesen ist. Trotz Corona-Maßnahmen hat der Wanderurlaub Spaß gemacht.

Die Wandergruuppe „Bi Wind un Weer“ trifft sich jeden zweiten Sonntag im Monat, um 9.00 Uhr am Busbahnhof. Interessierte Wanderer sind herzlich willkommen.

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