Auswirkungen von Corona auf das kirchliche Leben: Stand Sonntag, der 16. März 2020, 7.30 Uhr

Nun hat das kirchliche Leben, soweit es ein Zusammenleben ist, eine Pause eingelegt.

Alle Veranstaltungen, auch alle Gottesdienste, sind abgesagt; alle Gruppen, ob kirchliche Gruppen oder Gastgruppen, treffen sich nicht mehr. Das Presbyterium hat dies im Einvernehmen mit dem Superintendenten und der Landeskirche so beschlossen.

Dies gilt seit Samstag, den 14.März 2020, 17.00 Uhr. Wir haben es in Vreden den beiden Gemeindegliedern, die sich dennoch auf den Weg zum Gottesdienst gemacht haben, vor der verschlossenen Kirchentür gesagt. Sie hatten es schon geahnt und waren voll Verständnis.

Es dauert sicher einen Moment, bis wir begreifen, dass Gemeinschaft in der derzeitigen Situation bedeutet, sich nicht in Gemeinschaft zu treffen; dass Zusammenhalt bedeutet, räumlich auf Abstand zueinander zu gehen.

Wesentlich bleibt – und wird! - in dieser Lage das Bewusstsein der Solidarität, des Füreinander, das den (Immun-)Schwachen gilt, den Gefährdeten und den Erkrankten. In dieser Blickrichtung hat Jesus gesagt: „Was Ihr getan habt einem meiner geringsten Schwestern und Brüder, das habt Ihr mir getan.“ (Mt 25); und Paulus hat uns angewiesen: „Einer trage die Last des andern, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6)

Als Kirche sind wir ein Teil dieser Gesellschaft, und anders würden wir es auch nicht wollen!

Der jetzt gestartete Versuch, die Ausbreitung des Virus im Interesse aller, besonders im Interesse der Kranken, zu verlangsamen, kann nur gelingen, wenn wirklich alle an einem Strang ziehen. Es geht nicht um schwarz oder weiß; nicht mehr darum, ob der Virus von der Erdoberfläche verschwindet oder nicht. Es geht jetzt um Zeitgewinn: Um mehr Zeit, einen Impfstoff zu finden und herzustellen; um mehr Zeit, Medikamente zu entwickeln und zu produzieren, um uns allen helfen zu können, wenn wir Hilfe brauchen.

Das private Gebet für die Kranken und für die von den Kontakt einschränkenden Maßnahmen Betroffenen muss in dieser Zeit nicht ruhen, ganz im Gegenteil!

Uwe Weber, Pfr. Und Klaus Noack, Pfr.

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