Benefizkonzert des Männerchores Vreden

Bild: Gerd Kemper

„Musik erfüllt die Welt – Lasst uns Brücken bauen“ lautete das Motto des Benefizkonzertes, das der Männerchor Vreden vor einer Woche zugunsten der Ukrainehilfe im Theater- und Konzertsaal der Stadt Vreden veranstaltete.

Mit dem Titel „Lasst uns doch Brücken bauen“ begann dann auch die gut besuchte Veranstaltung. Dirigiert wurde der Chor bei diesem Stück von Reinhard Menke, während sich Chorleiter Kurt-Ludwig Forg in einer ganz ungewohnten Rolle zeigte und den Solo-Text des stimmungsvollen Beitrages sprach: Ein „Gänsehaut-Moment“ gleich zu Beginn der Veranstaltung.

Der Vorsitzende des Männerchores, Franz-Bernd Becking, begrüßte Publikum und Akteure des Tages und bedankte sich bei den großzügigen Sponsoren, die die Durchführung dieser Veranstaltung erst ermöglicht hatten. Auch Bürgermeister Tom Tenostendarp zeigte sich stolz auf das ehrenamtliche Engagement der Vredener Bürger, die seit dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar stets „Flagge gezeigt“ und den hier ankommenden Flüchtlingen hilfsbereit zur Seite gestanden haben.

Unter der Leitung und Moderation von Kurt-Ludwig Forg und am Flügel begleitet von Christoph Vatheuer, der es sich nicht nehmen ließ auch bei dieser Veranstaltung den Männerchor Vreden zu unterstützen, ging es dann musikalisch weiter. „The Entertainer“ und „Morning has broken“, „Somewhere“ aus der „Westsidestory“ und ein Medley aus „Mary Poppins“ ließen deutsche und ukrainische Zuhörer gemeinsam mitsummen und -klatschen.

Großmutter Olana, Mutter Anna und Enkelin Sophie aus der 1,5-Millionen-Stadt Charkiw schilderten in einer kurzen Gesangs-Pause eindrücklich ihre Erlebnisse und Gefühle während des russischen Angriffs im Februar, auf der Flucht und an ihrem Zufluchtsort Vreden. Sie machten deutlich, dass ihr Schicksal nur eines von Millionen Menschen auf der Welt ist, die vor Krieg und Hunger flüchten und doch nirgendwo lieber wären, als in ihrer Heimat und bei Ihren Familien. Ihr Dank galt vor allem den vielen Gasteltern, die sich liebevoll um die Kriegsflüchtlinge kümmern.

Im zweiten Teil des Konzertes präsentierte der Männerchor Vreden „Conquest of Paradise“ und „Oh du schöner Rosengarten“, bevor die erst 16-jährige Melania ihr Stimmtalent bewies. Mit einem Musical-Medley und einem ukrainischen Popsong begeisterte sie sowohl das Publikum im Saal, als auch die Sänger auf der Bühne. Eine musikalische Zukunft dürfte und sollte ihr gewiss sein.

Schwungvoll ging es im Programm weiter mit Evergreens wie „Wochenend und Sonnenschein“, Reinhard Mey’s „Über den Wolken“ und dem „Himalaya-Marsch“, allesamt Lieder, deren Texte an die Freiheit appellieren, die von allen Anwesenden vehement eingefordert wurde. Den Abschluss des kurzweiligen Konzertes bildete eine eindrückliche instrumentale Improvisation des glänzend aufgelegten Pianisten Christoph Vatheuer. Er leitete über in die ukrainische Nationalhymne, zu deren Klängen sich alle Anwesenden erhoben. Damit schloss sich der Kreis und noch einmal wurde ein Gänsehaut-Moment heraufbeschworen.

Wie bei Veranstaltungen des Männerchores Vreden üblich, trafen sich Publikum und Aktive nach der Matinee im Forum des Gymnasiums zu anregenden Gesprächen. Neben der dramatischen Situation in der Ukraine ging hier auch um die Nach-Corona-Situation des Chores und den hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.

Das große nächste Ziel ist das Neujahrskonzert am 29. Januar 2023, zu dem alle musikbegeisterten Freunde des Chorgesanges natürlich herzlich eingeladen sind. Wer die Situation auf der Bühne und die schöne Gemeinschaft von Sängern einmal selbst erleben will, ist natürlich auch als Aktiver gern gesehen. Geprobt wird montags ab 20.00 Uhr im Vereinslokal Meyerink, Up de Bookholt.

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