Bündnis für Familie Vreden e.V. schafft Angebot zur Beratung pflegender Angehöriger

Ehrenamtliche Pflegeberatung startet am 02. Oktober 2020

Für Familienmitglieder, die Angehörige versorgen und/oder pflegen muss der Alltag meist gut organisiert sein. Ob Rezepte abholen, die Begleitung zum Arzt, Einkäufe erledigen, Rechnungen begleichen oder sich Zeit nehmen für ein Gespräch. Was so selbstverständlich klingt, ist für Angehörige mit einem gewissen Aufwand an Organisation und Zeit verbunden.

Hilfebedürftigkeit kann ganz plötzlich, durch einen Unfall oder auch eine Erkrankung, entstehen. Aber auch schleichend. Durch Aussagen wie: “Opa wird immer vergesslicher“ oder "Hast du gesehen, wie schwer es Oma fällt ihre Strümpfe anzuziehen?", kann ein Unterstützungsbedarf offensichtlich werden. Auch der Ehepartner, die Geschwister oder der Nachbar können es sein, bei denen auffällt, dass sie allein nicht mehr zu Recht kommen. Doch wer hilft? Was gibt es für Dienstleister vor Ort? Kann ich vielleicht einen Pflegegrad beantragen? Wie läuft die Begutachtung ab? Wer kümmert sich, wenn ich mal im Urlaub bin? Gehe ich zur Pflegekasse mit meinen Fragen? Zu einem Pflegedienst? Kostet die Beratung etwas?

Angehörige wissen oftmals nicht, an wen sie sich mit all ihren Fragen wenden können. Pflegeberatungsstellen gibt es im Kreis Borken mit unterschiedlicher Zielrichtung und Intensität. Im schlechtesten Fall bleibt auch aus Unsicherheit der Gang zu einer Beratungsstelle aus und es fehlt an hilfreichen Informationen. Die Tatsache, dass sich in unseren ländlichen Kommunen und Gemeinden noch so viele Familienmitglieder um ihre Angehörigen kümmern und sie pflegen, ist sehr wertvoll. „Angehörigen sollten gestärkt werden. Eine wohnortnahe Pflegeberatungsstelle, die frühzeitig, ganzheitlich und unabhängig von anderen Interessen aufgesucht werden kann, ist da sicherlich sehr hilfreich“, sagt Agnes Schültingkemper, Vorsitzende des Bündnis für Familie Vreden. Es sollte keine Hürden geben, um eine Pflegeberatungsstelle aufzusuchen. Und Doris Pennekamp vom Bündnis für Familie betont: „Nur wer gut informiert ist, kann mögliche Leistungen erst beantragen um entlastende Angebote annehmen zu können.“

Die gesamte Gesellschaft ist dabei gefragt, den demografischen Wandel mit zunehmender Hilfs-/Pflegebedürftigkeit von Familienmitgliedern zu bewältigen. Um Angehörigen eine erste Orientierung zu geben, schafft das Bündnis für Familie ein ehrenamtliches Pflegeberatungsangebot.

Jeder der Fragen zu Versorgungs-/Unterstützungsmöglichkeiten, Antragstellung eines Pflegegrades, Ablauf der MDK-Begutachtung, Leistungsmöglichkeiten der Pflegeversicherung hat, kann die kostenlose Sprechstunde am Freitag, dem 03. Oktober 20 aufsuchen. Doris Pennekamp, Pflegeberaterin, berät jeden ersten Freitag im Monat von 9.00 – 12.00 Uhr im Vredener Rathaus. Eine telefonische Terminvereinbarung ist coronabedingt notwendig unter folgender Telefonnummer: 0157-36803974. Weitere Beratungstermine in diesem Jahr sind am 06. Oktober und 04. Dezember 20.

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