Das Klinikum Westmünsterland unterstützt den aktuellen bundesweiten Hilferuf der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Die große Dynamik beim Zuwachs von schwerstkrankenCOVID-19 Patient*innen stellt auch das Klinikum Westmünsterland voranspruchsvolle Behandlungsaufgaben und vor große wirtschaftliche Herausforderungen.

Die Notwendigkeit, die Regelversorgungsaufgaben zugunsten einer steigenden Versorgung von Covid-Patient*innen einzuschränken, ist mittlerweile bundesweite Realität und nimmt täglich zu. Stand 29. Dezember 2020, werden in den Krankenhäusern des Klinikums Westmünsterland über siebzig COVID-19 Patient*innen versorgt, 11 davon auf den Intensivstationen. Im St. Marien-Krankenhaus Ahaus, mit aktuell 34 Covid-19 Patient*innen, musste bereits aufgrund der besonders hohen Patientenzahl eine zweite Infektionsstation in Betrieb genommen werden.

„Natürlich hat die Reduzierung von Operationen und planbaren Eingriffen in erster Linie Folgen für die medizinische Versorgung der davon betroffenen Bürger*innen selbst. Wir achten deshalb sehr darauf, notwendige Versorgung zeitnah sicherzustellen, insbesondere in der Notfallversorgung und bei den nicht aufschiebbaren Leistungen. Wir spüren hier auch das Vertrauen der Bevölkerung. Die Verschiebung der Leistung zugunsten der COVID-19-Patient*innen hat darüber hinaus aber auch direkte negative Auswirkungen auf die Finanzierung unserer Krankenhäuser“, erklärt Ludger Hellmann, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Westmünsterland. Ebenso wirke sich auch die generell niedrigere Auslastung der Krankenhäuserin der Pandemiezeit negativ aus. Bis zum Jahresende werden wohl einige tausend Bürger*innen die Krankenhäuser im Klinikum Westmünsterland nicht aufgesucht haben.

„Im Durchschnitt fehlen uns für jeden stationären Pati enten, der bei uns pandemiebedingt nicht behandelt wird, mindestens rund 4.000,00 Euro an Einnahmen. Da sprechen wir kumuliert schon von relevanten Mindereinnahmen“, so Hellmann. Bis zum 30. September wurde dies weitgehend durch die Freihaltepauschalen für alle Krankenhausstandorte refinanziert. Noch könne das Klinikum Westmünsterland die tatsächlichen Auswirkungen der Krise für das Geschäfts jahr 2020 nicht mit einer konkreten Summe beziffern. Aber die Lage sei extrem herausfordernd, denn nicht nur die Auslastung sinke, sondern gleichzeitig stiegen auch die Kosten für die Bewältigung der Pandemie. Nach dem Konzept des sogenannten zweiten Rettungsschirms des Gesundheitsministeriums erhalten Krankenhäuser nur dann Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Bett en und Intensivplätze für COVID-19-Patient*innen freihalten, falls sie in einen besonders coronabelasteten Kreis fallen und gleichzeitig einer höheren Notfallstufe angehören.

„Zunächst begrüßen wir, dass es einen zweiten Rettungsschirm überhaupt gibt. Aber seine Limitationen sind absolut unverständlich“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums

Westmünsterland. „Im Klinikum Westmünsterland hat nur das St. Agnes-Hospital Bocholt gemäß Bescheid vom 22. Dezember 2020 die Möglichkeit erhalten, solche Ausgleichszahlungen beantragen zu können – und dies zunächst auch nur für den Zeitraum vom 18. November 2020 bis zum 31. Januar 2021. Alle anderen Krankenhäuser gehen leer aus, obwohl sie in erheblichem Umfangsehr qualifiziert zur Versorgung beitragen.“ Die Notfallstufe sageeigentlich nicht viel aus über die Fähigkeit eines Krankenhauses zur Covid-Versorgung. Dies zeige die Versorgung im Borkener

Krankenhaus ebenso wie die im Ahauser Krankenhaus deutlich auf. Allein am heutigen Tag würden in Ahaus 34 Covid-19-Patient*innen stationär behandelt werden und zwischenzeitlich sei eine

zweite Isolierstation aufgebaut und in Betrieb genommen worden. „Alle Kliniken im Kreis benötigen daher dringend eine Teilhabe am Rettungsschirm und eine verlässliche Liquiditätssicherung, um

die durch Corona ausgelösten Erlöseinbußen jetzt und zukünftig tragen zu können. Alle Fachleute gehen derzeit davon aus, dass die Pandemie erst zu Jahres mitte 2021 relevant abklingen könnte. Also muss jetzt proaktiv im Sinne der Krankenhausversorgungsstrukturen gehandelt werden“, so Rodig weiter. Dies bedeute, dass die Liquiditätssicherung unabhängig vom Grad der Auslastung der Intensivstationen in der jeweiligen Region und unabhängig von Notfallstufen von den Krankenhäusern in Anspruch erfolgemüsse.

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