Digitalisierung im Rettungsdienst des Kreises Borken schreitet voran

Enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Informationstechnologie der Kreisverwaltung Borken

Christoph Flucht (re., IT-Abteilung Kreisverwaltung) betreut für den Kreis Borken die Digitalisierungs-Projekte, um die Aufgaben im Rettungsdienst - hier vertreten durch (v. li.): Werner Elsing, Thilo Hellwig (beide von der Feuer- und Rettungswache Borken) und André Garwer (Fachabteilung Rettungsdienst Kreis Borken) – möglichst effizient gestalten zu können. Unterstütztung erhält er dabei von Stefan Hüning (IT-Abteilung Kreis Borken, fehlt auf dem Foto).

In dem vergangenen Jahr 2020 gab es rund 30.000 Einsätze im Rettungsdienst des Kreises Borken (davon ausgenommen ist die Stadt Bocholt, die selbst Träger ihrer Rettungswache ist) – die Vergleiche mit den vergangenen Jahren zeigen:

Die Zahl der Einsätze steigt weiter.

Damit wachsen auch die Anforderungen an die rund 200 (ebenfalls ohne die Stadt Bocholt) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst. Um diese Aufgaben möglichst effizient erfüllen zu können, investiert der Kreis Borken stetig in die Weiterentwicklung der Digitalisierung. "Schon wenige Sekunden können über Leben und Tod entscheiden. Die Sicherheit und Gesundheit der Patienten und des Personals stehen dabei immer an erster Stelle. Deshalb setzen wir im Kreis Borken auf Digitalisierung, wo immer es möglich und sinnvoll ist", erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. Hierbei arbeitet der Rettungsdienst des Kreises Borken eng mit der Fachabteilung "Informationstechnologie" (IT) der Kreisverwaltung zusammen.

Die IT ist aktuell in vier Bereichen des Rettungsdienstes unterstützend tätig: Dokumentation und Datenübermittlung, Hardware-Unterstützung, Betreuung von Fachanwendungen sowie Auswertungen und Reports. Datenschutz und Datensicherheit stehen bei allen Vorhaben immer im Vordergrund: Mithilfe von Verschlüsselungen, Firewalls, Backups und rollenbasierten Berechtigungskonzepten werden personenbezogene Daten vor unbefugten Zugriffen und Verlust geschützt.

Zu den einzelnen Bereichen:

Dokumentation und Datenübermittlung:

Die vollständige Dokumentation eines Einsatzes erfolgt mittlerweile im Rahmen der mobilen Datenerfassung (MDE) über einen Tablet-Computer mit umfangreichen Schnittstellen zum Einlesen insbesondere von Krankenkassenkarten und Aufnehmen von Fotos. Über eine Bluetooth-Schnittstelle können zudem EKG-Daten von Patienten drahtlos von Messgeräten ausgelesen werden. Damit dieser Service reibungslos funktioniert, hat die IT des Kreises einen vollautomatisierten Prozess für die Einrichtung und Installation von Software entwickelt. Es genügt nun, einfach das Tablet an eine Dockingstation anzuschließen. Die an der Einsatzstelle erfassten Informationen können mittels eines verschlüsselten Dateiservers schon während der Fahrt zum Krankenhaus übermittelt werden, sodass den Ärztinnen und Ärzten bereits bei Eintreffen des Patienten wichtige Informationen vorliegen. In enger Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern im Kreis wurde die Schnittstelle eingerichtet und in Betrieb genommen.

Diese Schnittstelle findet mittlerweile auch grenzüberschreitend Anwendung. Im Rahmen eines Euregio-Projektes mit dem "Medisch Spectrum Twente" in Enschede wurde sie installiert.

Dokumente und Protokolle werden zentral in einem Dokumentenmanagementsystem archiviert. Speziell für Einsatzberichte wurde eine digitale Akte mit unterschiedlichen Dokumententypen und Berechtigungsstufen konfiguriert. Auch bei der Anbindung des Rettungsdienstes an die Telenotarztzentrale in Aachen oder bei der Installation der Ersthelfer-App Corhelper war die IT-Abteilung gefordert, um eine durchgängige Kommunikation und Dokumentation in digitaler Form zu ermöglichen.

Damit auch die letzten Dokumente (wie z. B. die Abrechnungsunterlagen), die noch in Papierform erstellt werden, digital zur Verfügung stehen, wurde ein "Massen-Scan-Prozess" entwickelt. Durch Einscannen eines Barcodes werden so die Dokumente automatisch in die richtige digitale Akte einsortiert.

Hardware-Unterstützung:

Alle zum Einsatz kommenden Rettungsmittel sind mit modernen und robusten Smartphones ausgestattet. Zudem wurden in diesem Jahr auch die ersten Rettungswagen in Vreden und Borken mit der Tele-Medizintechnik ausgestattet (Der Kreis Borken berichtete). Durch das zentrale IT-Management können alle Geräte zentralisiert mit Updates und neuen Funktionen versorgt werden.

Fachanwendungen:

Für eine einfach handhabbare Abrechnung der Krankentransporte und Notarzteinsätze richtete die IT EDV-Schnittstellen ein, über die Informationen in einer zentralen Fachanwendung zusammenlaufen. Nach deren digitaler Bearbeitung können Rechnungen automatisch an die zuständigen Stellen, zum Beispiel die Finanzbuchhaltung der Kreisverwaltung oder die zuständigen Krankenkassen, weitergeleitet werden.

Auswertungen und Reports:

Eine zentrale Statistik-Software ermöglich zu jeder Zeit eine dynamische Auswertung über den kompletten Datenbestand, zum Beispiel die Zeiten bis zum Eintreffen der Rettungsmittel am Einsatzort.