Ein Zuhause für den Eisvogel

Jugendliche Angler erschaffen Biotop im Gewerbegebiet

Biotop3_Fischereiverein Gemen-Burlo-Gelsenkirchen e. V.: Der WDR brachte im Rahmen eines kritischen Berichtes über den „Angelsport“ einen Film, der das Biotop in Oeding als positives Beispiel für Naturschutz im Angelverein präsentierte.

Angler sind über ihre Vereine und Verbände nicht nur zur Nutzung von Süßwasserfischen berechtigt, sondern als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten auch zu deren Hege und Pflege gesetzlich verpflichtet. Sie verstehen sich auch deshalb als „Auge am Gewässer“.

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. führt aus:

„Ein sauberes Gewässer und eine gesunde Fischfauna sind für jeden Angler eine Herzensangelegenheit. Angelvereine in Deutschland organisieren Renaturierungsmaßnahmen und Wiederansiedlungsprogramme.

Die Arbeit der Angelvereine, ihrer Angler*innen, kommt der Artenvielfalt im Gewässer, dem Naturschutzwert an sich, als auch der natursuchenden Bevölkerung in großem Maße zugute.“

Das NABU-Team in Vreden ist nun über das Projekt der „Ausgezeichneten Naturschutzfläche“ (www.nabu-borken.de/ausgezeichnete-naturschutzflaeche/) mit einem Angler in Kontakt getreten, der sein Auge nicht nur „am Gewässer“, sondern darüber hinaus blicken ließ.

Jürgen Gesing ist der Jugendleiter des Fischereivereins Gemen-Burlo-Gelsenkirchen. In dieser Funktion bemühte er sich um die Pachtung eines Regenrückhaltebeckens in einem Gewerbegebiet in Oeding. Hier sollten die jungen Angler*innen nicht nur eine Schnur mit einem Köder ins Wasser halten, sondern sich auch mit dem ökologischen Kreislauf beschäftigen. Diese ganzheitliche Sicht führte dazu, dass die Jugendlichen mit Unterstützung des Vereins aus einem Teil des Regenrückhaltebeckens innerhalb von drei Jahren ein Biotop schufen.

Hierzu wurde eine Flachwasserzone im hinteren Bereich des Teiches ausgebaggert, um verschieden tiefe Zonen zu schaffen. Diese hat man mit heimischen Wasserpflanzen bepflanzt. Am Kopfende der Flachwasserzone wurden zwei Nisthügel für den Eisvogel gebaut.

Als Nahrungsgrundlage für den Eisvogel haben die Angler Rotfeder, Moderlieschen und Bitterling eingesetzt.

Des Weiteren wurde ein Insektenhotel errichtet, eine Wildblumenwiese angelegt, Vogelnährgehölze sowie Obstbäume angepflanzt, ein Totholzhaufen und ein Steinhaufen errichtet und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse angebracht. Nach kürzester Zeit konnten die Vereinsmitglieder bereits Frösche, Kröten, Falken, Fischreiher, Kiebitze und zahlreiche Singvögel beobachten. Eine aufgestellte Wildtierkamera liefert darüber hinaus fantastische Videos der brütenden Eisvögel.

Jugendleiter Jürgen Gesing ist es ein Anliegen „dass sich Kinder spielerisch die ökologischen Zusammenhänge erarbeiten und den Nutzen erkennen, den jedes Detail in der Natur hat“.

Der Verein hat sich deshalb ein „Quiz im Gelände“-Spiel einfallen lassen. Auch Kindergruppen außerhalb des Angelvereins sind herzlich eingeladen, das Biotop damit spielerisch zu erobern.

Allerdings in Maßen, denn man will dem Gelände auch die nötige Ruhe lassen.

Alternativ wird auch ein Brettspiel angeboten.

Kontakt: info@fischereiverein-gemen.de, www.fischereiverein-Gemen.de

Autorin: Chriss Hintemann

Quelle: www.dafv.de/projekte/angeln-in-deutschland