EOL – ErfahrungsOrientiertes Lernen“: Lernen durch Erlebnisse

Fachkräfte der Schulsozialarbeit und Lehrkräfte bilden sich gemeinsam fort

v. li.: Anne Rolvering vom Bildungsbüro des Kreises Borken und EOL-Trainer Michael Kobbeloer gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops

Kreis Borken. "EOL – ErfahrungsOrientiertes Lernen" – was sich hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt, haben nun 39 Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Lehrkräfte aus dem Kreis Borken erfahren. Zu einer entsprechenden Fortbildung in der Schönstatt Au in Borken hatte das Bildungsbüro des Kreises Borken im Rahmen der "Kooperation Schulsozialarbeit" auf Kreisebene eingeladen. Um dem großen Interesse gerecht zu werden, wurden gleich zwei Workshops organisiert. Als Referent stand Michael Kobbeloer zur Verfügung, der bereits in vergangenen Jahren ähnliche Workshops für den Kreis Borken geleitet hatte. Kobbeloer ist EOL- und Lehrtrainer und war unter anderem als Lehrbeauftragter an einer Universität, Studiendirektor und Leiter einer Fachschule für Sozialpädagogik viele Jahre selbst pädagogisch tätig.

"EOL" baut darauf auf, dass sich die Lernenden beim gemeinsamen Lösen von Aufgaben in einem spielerischen Rahmen als Gruppe auf eine Strategie verständigen, wenn sie erfolgreich sein möchten. Die dadurch vermittelten positiven Erfahrungen und Gefühle vertiefen den Lerneffekt und öffnen neue Möglichkeiten. Die Schülerinnen und Schüler können sich in andere Perspektiven hineinversetzen und werden mit Themen wie Konfliktlösung, Teamarbeit und Kommunikation konfrontiert. Sie werden zudem angeleitet, die spielerischen Erfahrungen in den Lernalltag zu übertragen. Die Methode basiert auf der Erkenntnis, dass Erlebtes länger präsent ist als Gehörtes. Die Kinder und Jugendlichen erkennen so, wie eine offene Kommunikation es ermöglicht, schwierige Aufgaben zu lösen.

Dass Michael Kobbeloer mit der Situation von Schülerinnen und Schülern bestens vertraut ist und darauf aufbauend interessante neue Lernmethoden vermitteln kann, zeigte sich schnell in dem Workshop. In verschiedenen Szenarien und Projekten erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die EOL-Methode in Gruppen eingesetzt werden kann und dass vor allem Kommunikation und Absprache zur Lösung führen.

Diese so auf spielerische Art erarbeiteten Erkenntnisse sind laut Michael Kobbeloer auf viele Situationen im Alltag übertragbar: Durch eigenes praktisches Erleben könnten Kinder und Jugendliche viel über das Zusammenleben und Zusammenarbeiten erfahren. Vor allem würden sie dann auch erkennen, wie wichtig es sei, Regeln transparent zu machen. Andernfalls komme es oftmals zu Missverständnissen und Frustration. Eine offene Kommunikation helfe, Konflikten vorzubeugen.

In dem Workshop konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die sogenannten "Metalog-Tools" selbst ausprobieren.

Neben der Methode an sich lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops auch diverse Materialien kennen, die im Rahmen des EOL eingesetzt werden können. Diese sogenannten "Metalog-Tools" unterstützen pädagogische Aufgaben ganz unterschiedlicher Art, etwa bei sportlicher Aktivität und bei genauem Beobachten, Zuhören oder Beschreiben. Einsetzbar sind die "Tools" sowohl im präventiven Bereich als auch bei der Bewältigung von Konflikten. Diese Materialien können über das Bildungsbüro des Kreises Borken entliehen werden. So müssen sie nicht von den Schulen selbst beschafft werden. Voraussetzung für die Ausleihe ist die Teilnahme an diesem Workshop.

Ansprechpartnerin zu diesem Thema und für die Ausleihe ist im Bildungsbüro Anne Rolvering, Tel. 02861/681-4145, E-Mail: a.rolvering@kreis-borken.de.