Frauenpower auf dem Chefsessel – Vorbildunternehmerinnen stellten sich in Bocholt im Speed-Dating den Fragen von Gründerinnen und Unternehmerinnen

v.l.n.r. Moderatorin Anke Henrich, Birgit Honvehlmann, Karola Voß, Annabell Tenbrink

Unter dem Motto „Weiblich – Kreativ – Innovativ“ folgten rund 40 interessierte Frauen und Unternehmerinnen der Einladung der WFG für den Kreis Borken in das Hotel Residenz in Bocholt. Mitorganisiert wurde die Veranstaltung von der Geschäftsstelle „FRAUEN unternehmen“, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, dem Netzwerk Frau & Beruf Westmünsterland, den UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VDU). 

Der Frauenanteil an allen Gründerpersonen lag im Jahr 2020 bei 38 Prozent, war in der Vergangenheit aber auch schon höher und zeigt damit deutlich „Luft nach oben“. Zwar entscheiden sich immer mehr Frauen in Deutschland und damit auch in Nordrhein-Westfalen dafür, ihre eigene Chefin zu sein. Trotzdem ist der Berufswunsch „Unternehmerin“ für viele Frauen immer noch nicht selbstverständlich. Die Moderatorin Anke Henrich sprach darüber mit Annabell Tenbrink, Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Tenbrink aus Stadtlohn, Karola Voß, Bürgermeisterin der Stadt Ahaus und Birgit Honvehlmann, Inhaberin von Moderne Floristik Steinbrecher aus Waltrop.

Annabell Tenbrink hat als Tochter das Familienunternehmen übernommen und sieht dabei ihre Rolle als Frau durchaus als Vorteil: „Als Tochter und Frau bin ich nicht vergleichbar mit meinem Vater, das erleichterte mir den Start als Unternehmerin.“ Birgit Honvehlmann übernahm mit 42 Jahren das Floristikunternehmen Steinbrecher in Waltrop und machte deutlich, dass Innovation nicht nur Technik bedeutet. „Innovativ ist für mich auch das Thema Inklusion“, betonte sie. So arbeiten inzwischen sieben Mitarbeiter/innen mit Handicap in der Eventfloristik. Karola Voß sieht ihre Rolle als Bürgermeisterin in vielen Aspekten vergleichbar mit der einer Unternehmerin. Nach ihrer Amtsübernahme musste auch sie sich als Frau behaupten und sieht vor allem Offenheit, Gelassenheit und Authentizität als wichtige Eigenschaften in der Führungsrolle. „Glauben Sie an das, was Sie für richtig halten“, gab sie den Frauen auf den Weg. „Seien Sie mutig, sorgen Sie für Sichtbarkeit und nutzen Sie Netzwerke“, so die einhellige Empfehlung der Podiumsgäste und der Moderatorin an die Teilnehmerinnen des Abends. Im Anschluss stellten sich zehn Vorbild-Unternehmerinnen aus Nord-rhein-Westfalen im Speeddating den Fragen der Teilnehmerinnen. Auch aus dem Kreis Borken waren vier Vorbild-Unternehmerinnen vertreten: Tatjana Lanvermann von der Ludwig Lanvermann GmbH & Co.KG aus Borken-Marbeck, Anja Rieken von Rieken Kreativraum aus Velen, Chris-tina Winter von Designerseits aus Ahaus-Ottenstein und Annegret Vriesen vom Vriesen-Hof aus Bocholt-Suderwick. Bis weit in den Abend hinein führten die weiblichen Gäste interessante Gespräche, tauschten Kontaktdaten aus und erfuhren aus erster Hand viel Wissenswertes zum weiblichen Unternehmertum. Einhelliges Fazit am Ende des Abends: Der Austausch mit Gleichgesinnten mit der Gelegenheit, nach zwei Jahren Coronapause wieder in Präsenz das Netzwerk zu erweitern, war ein voller Erfolg.