Gedenkfeier zum Novemberpogrom

Rund 70 Vredener*innen haben sich zum Gedenken getroffen

Viele Bürger*innen haben sich am Dienstag, dem 9. November 2021, an der Synagogengedenkstätte in der Twicklerstraße versammelt, um an die Ereignisse der Pogromnacht in 1938 zu erinnern. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkfeier von Eva-Maria König und Judith Rolvering mit der Gitarre, der Querflöte und mit Gesang.

Marleen Hübers und Margarethe Sicking, Schülerinnen der Städtischen Sekundarschule, haben einen Text vorgetragen. Dieser stammt aus dem Jahr 2000 der Zeitzeugin Anna Uhlmann geb. Alberheim-Cohen. Dieser Text ist fester Bestandteil der Gedenkfeier, da er ausführlich und eindrucksvoll die Ereignisse dieser Nacht beschreibt.

Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp erinnerte in seiner Ansprache an das Unrecht, welches vielen Menschen, vor allem den Juden, durch das Naziregime angetan wurde. "`Dieser Tag ist ein Tag der Widersprüche, ein heller und ein dunkler Tag. Ein Tag, der uns für immer abverlangt, was für immer zum Blick auf die deutsche Vergangenheit gehören wird: die Ambivalenz der Erinnerung‘, um die Worte des Bundespräsidenten zu bemühen." Er rief die Bevölkerung auf, tolerant gegenüber anderen Völkergruppen und mutig gegenüber Unrecht zu sein. Zudem sei es wichtig und richtig, dass in der Twicklerstraße eine Gedenkstätte errichtet wurde, die an die Ereignisse von 1938 erinnere. Im Anschluss haben die beiden Schülerinnen die Namen der jüdischen Mitbürger*innen vorgelesen, die aus Vreden vertrieben und ermordet wurden. Bürgermeister Tenostendarp legte als Zeichen der Anteilnahme einen Trauerkranz nieder. Zum Abschluss der kleinen Gedenkfeier hat Anton Gehling, ebenfalls Schüler der Städtischen Sekundarschule, ein Gebet über Frieden zwischen den Religionen vorgetragen und gemeinsam wurde das Lied "Von guten Mächten" gesungen