„Griffbereit und Rucksack digital“ – Kommunales Integrationszentrum des Kreises Borken unterstützt Familien mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in der Coronakrise

Die Kinder der Griffbereit-Gruppen schicken gerne Fotos ihrer Bilder und Bastelobjekte.

"Griffbereit" und "Rucksack Kita" sind Bildungsprogramme für Familien mit und ohne Zuwanderungsgeschichte.

Sie kombinieren frühkindliche Entwicklung, insbesondere mit Fokus auf die Sprachförderung, gemeinsam mit der Elternbildung. Auf diese Weise werden die Familien schon früh an das Bildungssystem herangeführt. Mit der Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Borken gründeten sich die ersten Programm-Gruppen vor zweieinhalb Jahren. Mittlerweile treffen sich im Kreisgebiet regelmäßig drei Rucksack- sowie neun Griffbereit-Gruppen.

Das Land NRW fördert die Initative. Seit rund zwei Monaten sind die Zusammenkünfte der Gruppen jedoch aus Schutzgründen in der Coronakrise nicht mehr erlaubt. Deshalb wurden die Programme nun zu "Griffbereit und Rucksack digital" weiterentwickelt.

"Die Fragen der Eltern haben mit dem vorläufigen Stopp der Präsenztermine natürlich nicht aufgehört. Deshalb tauschen sich die Elternbegleiterinnen nun auf digitalem Wege mit den Familien aus", erklärt Sabine Otto, zuständig für frühkindliche Bildung im Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Borken. Da werden auch Lieder gesungen oder Spielanregungen weitergegeben. Die Eltern erhalten außerdem Arbeitsblätter, Nähtipps für Alltagsmasken und aktuelle Informationen zum Thema "Corona" sowie zum Schul- und Kita-Start in ihren Sprachen. Die digitalen Treffen finden zum Beispiel von den Gruppen in Stadtlohn und Vreden statt.

Die aktuelle Situation bedeute eine große Herausforderung für viele Familien der Griffbereit- und Rucksack-Gruppen erläutert Sabine Otto: Fehlende Rückzugsmöglichkeiten aufgrund beengter Wohnverhältnisse oder mangelnde technische Ausstattung, damit die Kinder digital ihre Hausaufgaben erledigen können, würde die Situation zusätzlich erschweren. Aus diesem Grund finden neben den Videokonferenzen viele telefonische Gespräche zwischen den Elternbegleiterinnen und Eltern statt. "Die Eltern verfügen zum Teil nicht über ausreichende Deutschkenntnisse, um ihre Kinder gut beim Homeschooling unterstützen zu können", erklärt Gaby Doods, Elternbegleiterin aus Vreden, weitere Schwierigkeiten.

Die Resonanz der Familien auf die unterschiedlichen Angebote ist insgesamt positiv. Für viele Eltern, die häufig keine Verwandten oder noch keine Freundeskreise in Deutschland haben, seien die sozialen Kontakte in den Gruppen unglaublich wertvoll und wichtig berichtet Sabine Otto und erläutert: "Die Familien greifen die Mal-, Bastel-, Sing- und Beschäftigungsideen der Elternbegleiterinnen unterschiedlich aktiv auf." Begeistert schicken einige auch Fotos von gemalten Bildern und Bastelobjekten oder schlagen zum Teil eigene Ideen vor. Andere Familien nutzen die Telefonate mit den Elternbegleiterinnen, die deren Muttersprache sprechen, um Hilfestellung bei der Lösung persönlicher Probleme zu erhalten. Die Elternbegleiterinnen erhalten in dieser Zeit ebenfalls Unterstützung: Sabine Otto vom Kommunalen Integrationszentrum bietet ihnen beispielsweise Online-Schulungen an.

Mehr Informationen zu den Familienbildungsprogrammen gibt es auf der Internetseite des Bildungskreises Borken: http://www.bildungskreis-borken.de.

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