Grüne Politik am Beach

Über einen gelungenen Abend am Berkelbeach freuten sich die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und ihre Gäste

Mit viel persönlichem Engagement informierten die beiden Kandidatinnen für den Bundestag Ricarda Lang, 27 Jahre, Jurastudentin, stellvertretende Bundesvorsitzende und Frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Alexandra Schoo, 34 Jahre, Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Steinfurt I/ Borken I über die Themen Pflege und Reformation des Gesundheitssystems, notwendige Maßnahmen gegen die Klimakrise und die gerechtere Vereinbarung von Familie und Beruf. Ricarda Lang will sich vor allem für die Einrichtung einer Bundespflegekammer, ähnlich wie die Ärztekammer, einsetzen, in der die Pflegekräfte selbst eine Stimme haben, um zusammen mit wissenschaftlicher Expertise das System Pflege zu verbessern. Die Klinikfinanzierung muss weg von dem Gedanken: Was lohnt sich finanziell?

Zu: Was ist notwendig?, betonte Alexandra Schoo. Viele Pflegekräfte wollten nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, weil die Bedingungen unzumutbar seien und durch Corona  alles nur noch schlimmer wurde. Sie fordert deshalb – nicht nur für Pflegekräfte – attraktivere Arbeitsbedingungen, die auch mit Familie und Kindern vereinbar sind.

Für Lang ist die Klimaschutzfrage ist die existentielle Frage unserer Zeit. Sie wolle nicht zuschauen wie unsere Zukunft in Kohlekraftwerken verheizt wird.

Schoo hält es für besonders wichtig, Frauen mehr zu stärken. Es ginge nicht um Männer gegen Frauen. Eine gute Politik für Frauen diene  allen in der Bevölkerung, auch den Männern. Mehr Mütter müssten die Möglichkeit haben, in Arbeit zu kommen. Dazu brauchen wir mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung, ergänzte Alexandra Schoo. Elternzeit dürfe aber auch kein Hinderungsgrund für eine berufliche Karriere sein.

Immer mehr Väter wollten auch einen aktiven Part bei der Kinderbetreuung übernehmen. Dazu müssten flexiblere Arbeitsbedingungen geschaffen werden, meinte Lang. Besonders wichtig sei ihr die verlässliche Finanzierung der Frauenhäuser, die leider durch Corona immer wichtiger geworden seien. Für das Engagement beider Kandidatinnen bedankte sich Gertrud Welper, Fraktionsvorsitzende der Grünen, die die Diskussion gelungen moderierte.