Gute Nachrichten aus dem Sport im Kreis Borken: Der Rückgang der Mitgliederzahlen aus dem Vorjahr konnte gestoppt werden!

649 Mitglieder mehr als im Vorjahr!


Der Vereinssport im Kreis Borken wächst wieder! Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Sportreibenden im Kreis Borken leicht erholt. Die aktuelle Mitgliederbestandserhebung des LSB NRW zeigt, dass die Auswirkungen im zweiten Jahr der Corona-Krise in der Sportvereinslandschaft des Kreises gedämpft sind.
Von den 5875 Mitgliedern, die im ersten Pandemiejahr die Vereine im Kreis Borken verlassen haben, sind 649 (11 Prozent) wieder zurückgekehrt. Die 370 hiesigen Sportvereine meldeten beim LSB NRW im zweiten Corona-Jahr 137.764 Mitglieder. Das entspricht einem Mehr von 0,48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Vereinsmitgliedschaften an der Gesamtkreisbevölkerung (s.g. Organisationsgrad) beträgt 37,04 Prozent (Land NRW: 27,45 Prozent). 2,79 Prozent aller Vereinssportler/innen in NRW sind aus dem Kreis Borken, was dem 7 Platz landesweit entspricht. Der organisierte Vereinssport im Kreis Borken bleibt weiterhin die Nummer eins, wenn es um aktive Freizeitgestaltung geht und gleichzeitig die größte organisierte Bürgerbewegung in der Region!
Die 137.764 im Kreisgebiet gemeldeten Sportlerinnen und Sportler teilen sich in 77.183 (56,00%) männliche und 60.581 (44,00%) weibliche Personen auf. Im Vergleich zum Vorjahr bedeuten diese Zahlen geringfügige Zuwächse sowohl der männlichen (544 neue Mitglieder) als auch der weiblichen (105 Mitgliedschaften mehr) Mitglieder.
Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei den Kindern und Jugendlichen. In dieser Altersgruppe war der Mitgliederrückgang im vergangenen Jahr wegen der negativen Auswirkungen der Pandemie am größten. So sind die Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich der bis 14-Jährigen insgesamt um 1847 gestiegen: bei den 0- bis 6-Jährigen um 1175 und bei den 7- bis 14-Jährigen um 672 Personen. Verluste gibt es hingegen weiterhin in den Altersklassen zwischen 15 und 40 Jahren zu verzeichnen: insgesamt ein Minus von 1.550 Mitgliedschaften. Ab 41 Jahren kehren die Mitglieder in die Vereine jedoch zurück: Bei den 41- bis 60-Jährigen ist ein Plus von 231 und bei den über 60-Jährigen ein Plus von 287 Mitgliedschaften zu verzeichnen.
Situation der Vereine
Von den 370 im Kreisgebiet ansässigen Sportvereinen hatten bei der aktuellen Bestandserhebung 179 mehr Mitglieder (mindestens ein zusätzliches Mitglied) als ein Jahr zuvor gemeldet (im Jahr 2021 waren es 115). Demgegenüber registrierten 141 Vereine (2021: 191) Verluste (mindestens ein Mitglied weniger) und bei 50 Vereinen (2021: 62) sind die Mitgliedschaften konstant geblieben.
Weiterhin sind die Großvereine (mehr als 1.000 Mitglieder) am stärksten vom Mitglieder- rückgang betroffen. Gehörten noch im Vorjahr 37 Vereine zu diesem Großsegment mit insgesamt 63.716 Mitgliedern, so waren es im Jahr 2022 zwei weniger, 35 mit 61.206 Mitgliedern, ein weiteres Minus von 2510 Mitgliedschaften. Im Jahr 2021 gehörten 46,5 Prozent aller Vereinsmitglieder im Kreis Borken zu diesem Vereinssegment, im Jahre 2022 sind es nur noch 44,4 Prozent.
In diesem Zusammenhang muss festgehalten werden, dass eine starke „Kundenorientierung“ im Vereinswesen (vereinsstrategiescher Merkmal der Großvereine) stellte die Sportvereine in der Corona-Krise vor großen Problemen. Nur dank kleinen- und mittelgroßen Vereinen konnten die hierbei stattfindenden Mitgliederverluste auf Kreisebene aufgefangen werden. Das liegt einer Vermutung näher, dass die Solidargemeinschaft als Vereinstyp (spezifisch für kleine und mittelgroße Vereine) weiterhin die grundlegende und robuste Vereinsform im gemeinwohlorientierten Sportsystem bildet.
Nichtsdestotrotz stellt sich die Situation der drei mitgliederstärksten Sportvereine im Kreisgebiet positiv dar. So konnte der größte kreisangehörige Verein, TuB Bocholt mit 4212 Mitglieder in diesem Jahr ein Plus von 41 Mitglieder vermelden. Der im Vereinsranking auf Rang 2 platzierter Bocholter Wassersportverein mit 2853 Mitglieder und der drittplatzierter SV Union Wessum mit 2686 Mitglieder verzeichnen ebenso zusätzliche Mitglieder: +139 bzw. +44.
Mitgliederentwicklung bei den Fachverbänden
In der zweiten Pandemiejahr haben besonders die im Kreisgebiet betriebenen Freiluftsportarten Mitglieder gewinnen können: Leichtathletik (+674), Tennis (+358), Fußball (+180) und Pferdesport (+141). Positiv überraschend konnten auch in den im Kreisgebiet gerne gespielten klassischen Hallensportarten wie Volleyball (+233), Handball (+144) und Basketball (+35) Zuwächse registriert werden.
Unter den „Top Sechs“ der im Kreisgebiet vertretenen Fachverbände stellen weiterhin die Fußballer mit 43.413 Mitgliedern den mitgliederstärksten Fachverband dar. Turnen liegt auf Platz zwei (15.688) vor Schwimmen/Retungsschwimmen (11.554), Tennis (7.937), Behinderten- und Rehasport (7.841), und dem Pferdesport (7.539). Allerdings haben die Turnerbünde und der Reha- und Behindertensportverband auch im zweiten Pandemiejahr wieder Mitgliederverluste hinnehmen müssen: beim Reha- und Behindertensportverband haben die kreisangehörigen Sportvereine noch Mal 9,5 Prozent Mitglieder (818 Personen) weniger gemeldet und bei den Turnerbünden ist ein geringfügiger Rückgang von insgesamt 1,8 Prozent (281 Personen) zu verzeichnen. Bei den anderen vier Fachverbänden der „Top Sechs Gruppe“ haben sich die Zahlen nicht nur stabilisiert, sondern sind sogar kleine Mitgliedergewinne zu beobachten. Insgesamt sind in diesen 6 Sportarten 93.972 Vereinssportlerinnen (68,2%) kreisweit organisiert. Mitgliederentwicklung auf kommunaler Ebene Die Spitze der fünf mitgliederstärksten Stadt- bzw. Gemeindesportverbände hat weiterhin Bocholt inne (28.766), vor Ahaus (17.791), Borken (15.961), Gronau (11.902) und Vreden (9.495). Die ersten drei könnten den Mitgliederschwung stoppen und zeigen sogar kleine Mitgliedergewinne. Gronau und Vreden haben leider weiterhin mit Mitgliederverlusten zu kämpfen. Mit einem Minus von 8,0 Prozent (571 Mitgliedschaften weniger) ist allerdingst im zweiten Pandemiejahr die Stadt Stadtlohn am stärksten betroffen, übrigens die einzige Stadt im Kreisgebiet ohne einen Stadtsportverband. Insgesamt es ist den Sportvereinen in neuen kreisangehörigen Kommunen (Ahaus, Bocholt, Borken, Heek, Isselburg, Legden, Rhede, Schöppingen und Südlohn) gelungen den Mitgliederschwund zu stoppen und kleine Mitgliedergewinne zu erreichen. Bei den restlichen acht Gemeinden und Städten im Kreisgebiet waren die Mitgliedschaften im Jahr 2022 wieder rückläufig. Prozentual gesehen sind die meisten Einwohner im Kreisgebiet in der Gemeinde Heek in Sportvereinen organisiert. Auch im zweiten Pandemiejahr ist den Heeker Vereinssportlerinnen gelungen die „60 Prozent-Marke“ im Organisationsgrad durchzubrechen und sogar einen neuen Rekord von 60,59 Prozent aufzustellen!
Unter die Top-Fünf haben auch geschafft: Legden mit 48,96 Prozent, Ahaus mit 45,15 Prozent, Isselburg mit 42,85 Prozent und Vreden mit 41,87 Prozent.
Organisationsgrade im organisierten Vereinssport in den einzelnen Kommunen
im Kreis Borken 2022
Heek 60,59%
Legden 48,96%
Ahaus 45,15%
Isselburg 42,85%
Vreden 41,87%
Bocholt 40,48%
Borken 37,42%
Velen 37,26%
Rhede 37,13%
Heiden 36,92%
Schöppingen 36,34%
Südlohn 35,81%
Reken 33,89%
Stadtlohn 32,43%
Gescher 28,97%
Raesfeld 24,80%
Gronau 24,50%
Kreis Borken 37,04%
(Mitgliederbestandserhebung LSB NRW, Stand: 31. März 2022). Kommentare und Statement KSB-Präsident Wolfgang Reinert resümiert: „Wir haben trotz aller Erschwernisse der letzten zwei Jahren wieder zulegen können“, so Wolfgang Reinert, Präsident des Kreissportbundes Borken. „Es ist der Verdienst unserer Vereine, die den Kontakt zu ihren Mitgliedern gehalten haben. Daher gilt allen Vereinsmitarbeiterinnen mein besonderer Dank für ihr engagiertes Tun und die gleichzeitige Bitte, sich weiterhin für den Sport vor Ort einzusetzen. Der Vereinssport im Kreis Borken hat sich als ein starkes Element mit großem Zusammenhalt erwiesen“, ergänzte Wolfgang Reinert weiter.
Waldemar Zaleski: mögliche Gründe für die Entwicklung
Finanzhilfen: Die (Vereins)Sportlandschaft hat von umfassenden Hilfspaketen (Finanzhilfen) der Landesregierung, des LSB NRW, der Fachverbände und letztendlich der kreisangehörigen Kommunen profitiert. Dadurch sind strukturelle Schäden verhindert und die Handlungsfähigkeit der Vereine konnte aufrechterhalten. Kein Verein im Kreisgebiet musste in Insolvenz gehen bzw. sich auflösen.
Angebotsanpassung: Die Ausweitung digitaler Angebote in der Kommunikation und im Trainings- / Kursbetrieb, Trainingseinheiten im Freien etc. sorgten für die Erhaltung einer engen Bindung der Mitglieder an ihre Vereine.
Natürliche Bewegungsdrang: Auch der natürliche Drang nach Bewegung und die Sehnsucht, endlich wieder gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten und Freunden Sport zu treiben spielte bestimmt eine Rolle.