Im Kreis Borken sind in der Drogenberatung und Suchthilfe keine persönlichen Hilfsangebote und Ansprechpartner von einem Tag auf den anderen weggebrochen

Kreisgesundheitsamt Borken nimmt Stellung zur aktuellen Mitteilung einer Krankenkasse

Kreis Borken. In einer aktuellen Pressemeldung heißt es, dass die Zahl der Drogentoten im Kreis Borken gegenüber 2019 um vier auf damit 39 im Jahr 2020 angestiegen ist. Diese Meldung basiert offensichtlich auf einer Mitteilung einer Krankenkasse. Die nennt als möglichen Grund für diese Entwicklung die Corona-Pandemie: Viele Suchtkranke seien dadurch „in eine verstärkte Lebenskrise geraten – persönliche Hilfsangebote und Ansprechpartner sind praktisch von einem Tag auf den anderen weggebrochen.“ Das Kreisgesundheitsamt Borken legt in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass im Kreis Borken infolge der Pandemie keinerlei Beratungs- oder Hilfsangebote komplett eingestellt wurden und auch nichts weggebrochen ist.

Das Kreishaus in Borken

Vielmehr sei die Tätigkeit der hiesigen Sucht- und Drogenberatungsstellen mit ihren vielfältigen Angeboten sowie die Präventionsarbeit der jeweiligen pandemischen Situation angepasst worden und dann entsprechend weitergelaufen, erklärt Reinhild Wantia, zuständige Abteilungsleiterin im Gesundheitsamt.

Zudem weist sie darauf hin, dass es keinen monokausalen Zusammenhang für die Todesfälle gebe. Die Gründe für substanzbedingte (Alkohol- und Drogenmissbrauch) Todesursachen seien oftmals sehr unterschiedlich. Da gehe es um die Verfügbarkeit von Suchtmitteln, deren Qualität, Mischung und Toxizität, die Inanspruchnahme des Rettungswesens usw. Eine undifferenzierte Zusammenfassung der Todesfälle wegen Drogenmissbrauch (also der Konsum von illegalen Substanzen – 2020 insgesamt vier Todesfälle) und wegen Alkoholkonsum (2020 insgesamt 35) unter der Überschrift „Mehr Drogentote im Kreis Borken“ vermittele zudem einen falschen Eindruck. Jeder Todesfall sei schlimm genug, aber man müsse schon genau hinschauen, welche Ursachen es dafür gegeben habe, betont Reinhild Wantia abschließend.