Kindergartenjahr 2022/2023: Anmeldeverfahren für die Betreuung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege hat begonnen

Fachbereich Jugend und Familie informiert über Internet-Portal „webKita“ für den Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Borken

Kreis Borken. Das Anmeldeverfahren zum nächsten Kindergartenjahr 2022/23 hat begonnen. Eltern und Erziehungsberechtigte können ihre Kinder in den kommenden Wochen über das Internet-Portal "webKita" bei Kindertageseinrichtungen und Fachberatungen der Kindertagespflege zur Betreuung anmelden. Der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken möchte daher auf die Angebote der Kindertagesbetreuung in den einzelnen Orten und Ortsteilen aufmerksam machen und auf die Anmeldefrist bis Ende Oktober hinweisen. Unter http://www.kreis-borken.de/webkita finden Interessierte grundlegende Informationen zur Betreuung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege, zu Elternbeiträgen, rechtlichen Grundlagen und auch Anleitungen zum Umgang mit "webKita".
In dem Internet-Portal präsentieren sich Kitas und Kindertagespflege mit ihren pädagogischen Angeboten, Fotos, Öffnungszeiten, flexiblen Betreuungsangeboten und organisatorischen Daten. So können Eltern und Erziehungsberechtigte leichter nach der passenden Kita oder der Kindertagespflege suchen und digital ihren Bedarf für die Kindertagesbetreuung über dieses Portal anzeigen. Nach einer Registrierung können Eltern und Erziehungsberechtigte Vormerkungen für die Betreuung und frühkindliche Bildung in ihren gewünschten Kitas und der Kindertagespflege erstellen. "Die digitale Anmeldung ersetzt allerdings nicht den persönlichen Kontakt zur Kita und Tagespflege-Fachberatung", erklärt Markus Grotendorst, stellvertretender Fachbereichsleiter. "Wichtig bleibt das persönliche Gespräch zwischen Eltern oder Erziehungsberechtigten und den Betreuungsanbietern, um gegenseitig die Angebote und Vorstellungen kennenzulernen." Viele Kitas bieten in diesen Wochen "Tage der offenen Tür" an, auf die in den lokalen Medien und im Internet hingewiesen wird.
Seit einem Jahr wird das neue Internet-Portal "webKita" im Kreisjugendamtsbezirk Borken eingesetzt und stetig ausgebaut. So können Eltern und Erziehungsberechtigte nun auch den Erklärungsbogen zum Bedarf für eine Ganztagsbetreuung und später die Einkommensnachweise für die Elternbeitragserhebung in ihrem Benutzerkonto hochladen. Kitas melden die Elternvertreterinnen und -vertreter zur Jugendamtselternbeiratswahl über das Portal und auch der Fachbereich Jugend und Familie kann mit den Eltern und Erziehungsberechtigten über deren Benutzerkonto elektronisch und datenschutzkonform Kontakt aufnehmen. Ziel ist es, die Verwaltungsprozesse rund um die Kindertagesbetreuung und die Kommunikation mit Eltern, Erziehungsberechtigten, Kitas und Trägern, Kindertagespflegepersonen und Fachberatungen sowie dem Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung einfacher und transparenter zu gestalten. Eltern und Erziehungsberechtigte sollen frühzeitig eine Rückmeldung zu ihrem Betreuungswunsch erhalten und in einem festgelegten Zeitraum im November aus mehreren, gleichzeitig vorliegenden Platzangeboten auswählen können. Diese Auswahl kann allerdings noch nicht abschließend sein, denn der Fachbereich Jugend und Familie hat mit der Jugendhilfeplanung den Auftrag, die Gesamtbedarfe innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen zu versorgen. "Das ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung", betont Grotendorst, "denn die Bedarfe sind in den letzten Jahren dynamisch gestiegen und bis zum Stichtag 15. März muss die Planung für die Beantragung der Landeszuschüsse fertiggestellt und im Jugendhilfeausschuss beschlossen werden. Hohe Geburtenzahlen, Zuzüge und frühere und umfangreichere Betreuungsbedarfe prägen seit mehreren Jahren die Planungen. So ist die Zahl der Kinder unter sechs Jahren mit 10.800 im aktuellen Kindergartenjahr um rund 20 Prozent gegenüber dem Tiefststand 2014/15 gestiegen. Seitdem sind mehr als 2.000 Betreuungsplätze in Kitas und Kindertagespflege im Kreisjugendamtsbezirk ausgebaut worden und die Aufwendungen des Kreises für die Betriebskosten haben sich verdoppelt. Aufgrund dieses enormen Anstiegs der Betreuungsbedarfe und des zunehmenden Fachkräftemangels bei den pädagogischen Fachkräften appelliert der Fachbereich an die Eltern und Erziehungsberechtigten, nur den Stundenumfang anzumelden, der tatsächlich benötigt wird. Sie sollen nämlich bei ihrer Entscheidung für die Betreuungsform Kita oder Kindertagespflege auch festlegen, welche im Kinderbildungsgesetz vorgegebene Betreuungszeit von 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche sie für ihr Kind nutzen möchten. Der Fachbereich Jugend und Familie rät daher dazu, sich über das konkrete Angebot der ins Auge gefassten Kita zu informieren. Bei der Anmeldung zur Ganztagsbetreuung mit 45 Stunden muss der Umfang dieses Bedarfes mit einem Erklärungsbogen belegt werden. Für Kinder unter drei Jahren haben Eltern und Erziehungsberechtigte grundsätzlich die Wahl, ob sie ihr Kind in der Kita oder in Kindertagespflege betreuen lassen möchten. Ab dem dritten Lebensjahr ist die Kindertageseinrichtung grundsätzlich vorrangig, bis zum tatsächlichen Wechsel in die Kita werden jedoch Übergangszeiten gefördert. Kindertagespflege ist eine familienähnliche Betreuungsform mit kleineren Gruppen und einer festen Tagespflegeperson für die Kinder. Kindertagespflege kann auch mit einem Umfang bis zu 15 Wochenstunden gebucht werden. Das Angebot Kindertagespflege ist auch für berufstätige Eltern und Erziehungsberechtigte oder Elternteile von über dreijährigen Kindern interessant, wenn die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtung nicht ausreichen. Die Kindertagespflege im Zuständigkeitsbereich des Kreises wird über die Fachberatungen beim Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung oder beim Sozialdienst katholischer Frauen Ahaus/Vreden vermittelt und begleitet. Nähere Informationen zum Thema Kindertagespflege und die Kontaktpersonen für die einzelnen Orte sind auch im WebKita-Portal bereitgestellt.

Obwohl das neue Kindergartenjahr erst am 1. August 2022 beginnt, ist aufgrund der notwendigen Vorbereitungs- und Planungszeit in den Kitas, in der Kindertagespflege und im Kreisjugendamt eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Dies gilt auch, wenn ein Kind erst im Laufe des kommenden Kindergartenjahres, also zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. Juli 2023, in einer Kindertageseinrichtung aufgenommen werden soll. Vormerkungen für spätere Zeiträume können frühestens ab April nächsten Jahres erstellt werden.

Die Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung richten sich nach dem Alter des Kindes und der Betreuungszeit sowie dem Einkommen. In der Kindertagespflege zahlen Eltern und Erziehungsberechtigte für die Buchungszeit bis zu 15 Stunden pro Woche einen geringeren Beitrag. Wenn Eltern und Erziehungsberechtigte bestimmte Sozialleistungen wie Grundsicherung für Arbeitsuchende, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen beziehen, können sie den Erlass des Elternbeitrages beantragen. In den beiden letzten Kindergartenjahren vor der Einschulung hat das Land NRW alle Kinder in der Kita-Betreuung von den Elternbeiträgen befreit.

Zum Hintergrund: Der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken ist für alle Kommunen im Kreisgebiet mit Ausnahme von Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau zuständig. Diese Städte haben jeweils ein eigenes Jugendamt, das dort für die notwendigen Informationen sorgt. Weitere Informationen und Beratungskontakte unter http://www.kreis-borken.de/webkita.