Konzert in der Stiftskirche

Lieder von Leben und Tod aus der Ukraine und Italien

Am Samstag, den 1.Oktober findet um 19.30 in der Stiftskirche St. Felizitas ein Konzert mit dem Frauenensemble Ars Choralis Coeln unter der Leitung von Maria Jonas statt. Seit dem Jahr 2019 gastiert das Ensemble jährlich in der Stiftskirche. In diesem Jahr tritt Ars Choralis Coeln zusammen mit der Musikerin und Schauspielerin Mariana Sadovska auf. Die Ukrainerin trägt aus ihrem Land stammende Gesänge aus sehr alten Traditionen vor. Oft sind diese Lieder mündlich über Jahrhunderte überliefert worden und werden bis heute dort gesungen. Neben diese Lieder stellt die Gruppe Ars Choralis Coeln Laude-Gesänge aus dem 13.Jahrhundert, die ebenso Zeugnis einer lebendigen Tradition des klösterlichen Singens sind. Bei beiden Musiktraditionen spielt die Improvisation, also das schöpferische Ausgestalten dieser Gesänge, eine große Rolle. Instrumental ergänzt wird das Gesangsensemble durch den Iraker Bassem Hawar, der die viersaitige Kniegeige (Djoze) spielt.

Das international besetzte Frauenensemble „Ars Choralis Coeln“ besteht seit 2004: In der alljährlich stattfindenden „Romanischen Nacht“ in Köln gab das Ensemble in jenem Jahr sein großes Debutkonzert. Seit dieser Zeit hat es „Ars Choralis Coeln“ geschafft sich national wie international in der Mittelalter-Musikszene zu etablieren. Das bewirkten zum Einen die deutschland- und europaweiten Auftritte. Davon zeugen aber auch CD-Aufnahmen, die – z.T. vielbeachtet – auch schon Kritikerpreise erhielten oder auch von der Kunststiftung NRW gefördert wurden. („Rose von Jhericho – Das Liederbuch der Anna von Köln“; „Letare Germania“ – 800 Jahre Elisabeth von Thüringen; „Hildegard von Bingen – Marienvesper“).

Im Mittelpunkt des Repertoires von „Ars Choralis Coeln“ steht die Musik von Frauenklöstern des Mittelalters. Dazu gehört an erster Stelle die Musik der rheinischen Äbtissin Hildegard von Bingen.

Die Sängerin, Musikerin, Komponistin und Schauspielerin Mariana Sadovska stammt aus der ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg). Dort besuchte sie die staatliche Musikfachschule und studierte klassische Klaviermusik. Anschließend erhielt sie – ebenfalls in ihrer Heimatstadt – eine Theaterausbildung am Less-Kurbass-Theater. Darauf folgte bis 2001 ein Engagement als Schauspielerin und musikalische Leiterin beim Gardzienice-Theater in Polen. Seit 2002 lebt Mariana Sadovska in Köln und gibt weltweit Konzerte mit ihren eigenen Kompositionen, und hält zudem auch Schauspiel- und Vokal-Workshops ab.  Mit ihrer Band „Borderland“ erhielt sie 2006 den creole-NRW-Preis für Weltmusik, sowie 2013 im Rahmen des Rudolstadt-Festivals den Hauptpreis des Deutschen Weltmusikpreises RUTH.

Der Iraker Bassem Hawar studierte in seiner Heimatstadt Bagdad klassische arabische und irakische Musik mit dem Hauptfach Djoze. Hierbei handelt es sich um eine viersaitige Kniegeige. Anschließend studierte er noch Musikwissenschaften an der Universität Bagdad. Neben diesem Studium konzertierte er schon mit dem Irakischen Sinfonieorchester im nahen Osten und Europa. Seit 2000 lebt Bassem Hawar in Deutschland und tritt hier mit verschiedenen Ensembles regelmäßig auf. Mit der Gruppe Ahoar errang er 2006 den 1.Preis beim Landeswettbewerb Creole NRW, im darauffolgenden Jahr auch den Bundeswettbewerb Creole-Global Music Contest. 2020 wurde Hawar mit dem WDR Jazzpreis in der Sparte Weltmusik ausgezeichnet.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für die ausführenden Musiker(innen) gebeten.