Lieferkettengesetz für Europa

Ein starkes Zeichen dafür, dass verbindliche Regeln große Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichten müssen, setzte kürzlich EU-Justizkommissar D.Reynders.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten eindringlich gezeigt, dass Lieferbeziehungen verantwortungsbewusst gestaltet werden müssten, um Menschenrechte und die Umwelt schützen zu können. In diesem Zusammenhang kündigte Reynders für 2021 einen Gesetzesentwurf für ein Lieferkettengesetz auf europäischer Ebene an. Das Gesetz müsse Teil des Green Deal der Europäischen Union und leitend für den Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise sein.

Die Bundesrepublik hinkt bei der Einführung verbindlicher menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten anderen Ländern hinterher: Frankreich hat 2017 als erstes Land überhaupt große heimische Unternehmen dazu verpflichtet, bei ihren Auslandsgeschäften menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einzuhalten. In anderen Ländern wie den Niederlanden, Belgien oder Finnland sind immerhin Gesetze verabschiedet oder auf den Weg gebracht worden, um einzelne Aspekte wie Kinderarbeit zu regulieren.

Die Bundesregierung muss jetzt mit einem eigenen Beschluss für ein deutsches Lieferkettengesetz Farbe bekennen und kann im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft den Prozess zu einer europaweiten Regelung voranbringen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil setzen sich seit längerer Zeit vehement für ein entsprechendes Gesetz ein und werden dem Parlament in Kürze ein Eckpunktepapier dazu vorlegen.

Unterstützen Sie die Forderung nach einem Lieferkettengesetz mit Ihrer Unterschrift!

Unterschriftenlisten liegen im Weltladen aus.

Oder unterschreiben Sie im Internet unter www.lieferkettengesetz.de mitmachen!

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