Neue Kraft und Stärke für pflegende Angehörige

Kurberatung des Caritasverbandes Ahaus-Vreden

Die Pflege von Angehörigen kostet viel Kraft und findet oft wenig Anerkennung und Wertschätzung. Pflegende Angehörige sind durch die Pflegesituation stark belastet und fühlen sich erschöpft.

Edith Rensing-Bröcker ist Pflegeberaterin und nun beim Caritasverband Ahaus-Vreden in der Kurberatung für pflegende Angehörige zuständig. Sie hat regelmäßig Kontakt mit Menschen, die Angehörige pflegen. Oft sind es die erwachsenen Kinder, Töchter oder Schwiegertöchter, die diesen Knochenjob leisten, aber eben auch Ehepartner, häufig selbst im fortgeschrittenen Alter. Die Belastung der häuslichen Pflege wirkt sich vor allem im Alter fast immer auf die eigene psychische und physische Gesundheit aus. „Viele Angehörige leiden unter Rücken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen bis hin zur Niedergeschlagenheit –denken sie daher unbedingt auch an sich, um den Pflegealltag dauerhaft meistern zu können“, erklärt sie.

Gesetzliche Leistungen der Krankenkassen

Für pflegende Angehörige gibt es Angebote, die ihre Gesundheit fördern und sie weiter für den Pflegealltag stark machen: Kuren, also eine stationäre Vorsorgemaßnahme oder Rehabilitation.  Diese Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige zählen seit Jahren zu den gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen.

Beim Caritasverband Ahaus-Vreden gibt es zu diesen Angeboten kostenlose Informationen und Beratungsmöglichkeiten. Eine Kontaktaufnahme ist möglich per E-Mail an kurberatung-pflege@caritas-ahaus-vreden.de, auf der Homepage www.caritas-ahaus-vreden.de sowie unter Tel.: 02555/511 bei Edith Rensing-Bröcker.

Die ständige Verfügbarkeit, mit der sich pflegende Angehörige konfrontiert sehen, hat durch die Corona-Pandemie eine neue Dimension erhalten: „Viele kleine Auszeiten außerhalb der eigenen Häuslichkeit wie Seniorennachmittage in der Gemeinde oder das Kaffeekränzchen mit Freundinnen sind weggefallen“, berichtet Edith Rensing-Bröcker. Die Betroffenen seien in der Corona-Isolation auf sich selbst zurückgeworfen worden, die Pflegesituation habe alles dominiert und noch mehr Kraft gekostet.

Individuelle Unterstützungsmöglichkeiten

Da die Beratungsstelle beim Caritasverband Ahaus-Vreden angesiedelt ist, gibt es kurze Wege zu den individuellen Unterstützungsmöglichkeiten, die pflegende Angehörige für eine Kurmaßnahme benötigen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, ob ein Kurzzeitpflegeplatz für den Gepflegten zu Verfügung steht. Aber auch wenn Betroffene gemeinsam mit dem gepflegten Angehörigen in die Kur fahren möchten, stellt dies dank der Vernetzung innerhalb der Kurberatung im System von Altenhilfe- und Kuranbietern kein Problem dar. „Es gelingt immer, ein passendes Angebot nach den Wünschen der Betroffenen zu finden“, berichtet Edith Rensing-Bröcker. Auch unter Corona-Bedingungen ist es möglich, Beratung anzubieten sowie die wichtige Unterstützung und Begleitung bei der Antragstellung zu leisten.

Die Wirkung einer stationären Vorsorge- und Reha-Maßnahme für pflegende Angehörige, so der gesetzlich korrekte Titel der Kurangebote, ist eindeutig: Von „Ich kann endlich wieder durchschlafen“ bis zu „Das Beste, was mir passieren konnte“ reichen die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen.