NFG-Vorstand und Fachbeirat informierten sich über die Bemühungen der heimischen Landwirtschaft um die Biodiversität

Besuch auf dem „Leitbetrieb Biodiversität NRW“ Schulze Beiering in Borken-Weseke

Bei der Begehung der Flächen v. l. n. r.: Heinz-Josef Elpers, Kreislandwirtschaft Heinrich Emming, Landrat Dr. Kai Zwicker, NFG-Vorsitzender Martin Hillenbrand, LWK-Geschäftsführer Heinrich-Ludger Rövekamp, Gastgeber Ludger Schulze Beiering, Martin Frenk (Nabu) und Hendrik Hubbeling

Die Mitglieder des Vorstandes und des Fachbeirates der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG) unter Leitung von Martin Hillenbrand waren jetzt zu Gast auf dem Bauernhof Schulze Beiring in Borken-Weseke. Vor Ort ließen sie sich von Hofinhaber Ludger Schulze Beiering sowie von Heinrich-Ludger Rövekamp und Johannes Bayer, beide von der Landwirtschaftskammer (LWK), über das Thema "Leitbetrieb Biodiversität NRW" informieren – vor allem um Anregungen für die eigene weitere Arbeit zu erhalten. Mit dabei war auch Landrat Dr. Kai Zwicker.

Ludger Schulze Beiering als Gastgeber und gleichzeitiger Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken stellte zunächst gemeinsam mit den beiden LWK-Vertretern die Initiative "Leitbetriebe Biodiversität NRW" vor. Schulze Beirings Hof ist einer von landesweit insgesamt 14 Betrieben, die eine möglichst große Vielfalt an betriebsspezifischen Natur- und Artenschutzmaßnahmen beispielhaft umsetzen. Im Münsterland gibt es überdies jeweils einen weiteren in den Kreisen Steinfurt und Warendorf. Grundlage dafür ist eine Rahmenvereinbarung, die das NRW-Landwirtschaftsministerium, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) sowie die LWK Ende 2014 zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften abgeschlossen haben.

Einen Teil der Maßnahmen, die Ludger Schulze Beiering auf seinen Flächen zwischenzeitlich umgesetzt hat, konnten die Teilnehmer dann bei einer Begehung in Augenschein nehmen. Dabei ging es insbesondere um Blühstreifen gemäß Agrarumweltmaßnahmenprogramm, Pufferstreifen als ökologische Vorrangflächen, Zwischenfrüchte als ökologische Vorrangflächen und zum Gewässerschutz, Anbau der Silphie, Anlage von Wildäckern, Anbau von Bohnen-Maisgemischen, freiwillige Blühschneisen, Silphie als Untersaat im Mais sowie Stangenbohnen im Mais. Außerordentlich interessiert folgten die teilnehmenden NFG-Mitglieder den Ausführungen des Hofeigentümers und der LWK-Fachleute. Im Blickpunkt der anschließenden Diskussion standen dann vor allem Fragen zur Sinnhaftigkeit einzelner Aktivitäten und zu weiteren erforderlichen Maßnahmen, aber auch dazu, wie sich der damit verbundene Arbeits- und Flächeneinsatz der Landwirte wirtschaftlich angemessen in deren Betriebsabläufe integrieren lässt.

Künftig wird Hendrik Hubbeling auf seinem Hof in Vreden dieses wichtige ökologische Projekt fortführen.

Zum Hintergrund:

"Runder Tisch Biodiversität" beim Kreis Borken und "Forum Artenvielfalt und Kulturlandschaft":

Die NRW-Landesregierung, WLV und RLV sowie die LWK wollen gemeinsam die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen stärken. Die von ihnen geschlossene Rahmenvereinbarung beschreibt den Weg, wie die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und die Lebensbedingungen für gefährdete Tiere und Pflanzen auf kooperativem Wege gefördert werden sollen. Dazu sind außerdem auf lokaler Ebene "Runde Tische" eingerichtet worden, an denen die relevanten Akteure unter Leitung der Unteren Naturschutzbehörde Maßnahmenvorschläge erarbeiten.

Im Kreis Borken hat der "Runde Tisch Biodiversität" am 20. August 2015 und 03. Dezember 2015 getagt. Die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge sind in einem Positionspapier, das am 12. April 2016 unterzeichnet wurde, festgehalten. Der Runde Tisch wird mittlerweile durch ein "Forum Artenvielfalt und Kulturlandschaft", das vom Kreis Borken und der Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken ausgerichtet wird, fortgeführt. Dieses Forum findet in lockerer Folge und an wechselnden Orten statt. Am 29. Oktober 2020 kommt es zum vierten Mal zusammen – dann mit dem Themenschwerpunkt "Artenvielfalt an Gebäuden", allerdings coronabedingt als geschlossene Veranstaltung nur für Fachpublikum.

Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken e.V. :

"Nicht gegeneinander, sondern miteinander – zum Wohl der Natur in unserer westmünsterländischen Heimat": Unter diesem Motto wurde die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken e. V. im Jahr 1990 gegründet. Unter ihrem Dach finden sich Vertreter der Naturschutz- und Heimatvereine, Landwirte, Waldbauern, Jäger, Gärtner, Fischer, Imker, Sport- und Erholungsvereine sowie die Kommunen des Kreises. Mehr als 100 Vereine, Institutionen, Kommunen und Einzelbürger sind Mitglied und unterstützen damit die Arbeit der NFG. Naturschützer und Naturnutzer kommen so an einen Tisch, bringen ihre unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen ein und suchen nach gemeinsamen Wegen, die dem Erhalt und der Entwicklung der heimischen Natur und Landschaft dienen. Vorsitzender ist Martin Hillenbrand aus Borken.

Mit zahlreichen Aktionen, Projekten und Maßnahmen trägt die Naturfördergesellschaft zur Erhaltung, Entwicklung und Pflege der westmünsterländischen Landschaft bei. Die Unterstützung erfolgt sowohl fachlich als auch finanziell. Finanziell getragen wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, einen Zuschuss des Kreises Borken und Spenden.

0 0,00