Öffentliche Bücherei gibt „Open Library“ frei

Auch wenn die seit mehr als einem Jahr andauernde Corona-Pandemie die Büchereiarbeit – und nutzung deutlich beeinträchtigt hat, wurden viele Projekte vorangetrieben und umgesetzt.

Als Meilenstein für eine moderne und attraktive Büchereiarbeit kann nun die sogenannte „Open Library“ freigegeben werden.

Wer zum Feierabend spontan Lust auf eine neue Lektüre hat oder in der Mittagspause gern die Nase in ein Buch steckt, kann sich künftig in der Bücherei St. Georg bedienen. „Auch dann, wenn vom Team keiner da ist“, betont Leiter Michael Schürmann. Bundesweit als erste Bücherei in kirchlicher Trägerschaft ist die Einrichtung in Vreden seit Montag,  dem 1. Juni 2021, zu einer „Open Library“, einer Bücherei, in der die Nutzer*innen und mit Leserausweis und Pin auch zu ungewöhnlichen Zeiten Zutritt haben.

„Wir wollen mit diesem Modell „lediglich“ unsere Öffnungszeiten noch attraktiver machen.“, so der Leiter der Bücherei, Michael Schürmann. Insgesamt werden diese um 44,50 Stunden pro Woche ausgeweitet. Im Fokus stehen besonders die Berufspendler*innen. Sie können nun vor oder nach der Arbeit sowie in der Pause in die Bücherei am Kirchplatz kommen. Die zusätzlichen Öffnungszeiten orientieren sich an den Erfahrungen, die das Team der Bücherei in der Vergangenheit mit den Wünschen der Kundschaft gemacht hat: montags von 7.00 Uhr bis 14.00 Uhr und von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr, von 12.00 Uhr bis 14.30 Uhr und von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr, donnerstags von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr und von 12.00 bis 14.30 Uhr und samstags von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Insgesamt sei die Bücherei dann 72 Stunden pro Woche geöffnet, ein Umfang, den sonst nur Großstadtbibliotheken anböten, ergänzt Schürmann.

In der Bücherei haben die Nutzer alle Möglichkeiten: „Ihnen steht unser gesamtes Angebot zur Verfügung“, erklärt Schürmann. Bücher und viele andere Medien können ausgeliehen werden, in den Räumen am Kirchplatz dürfen die Nutzer*innen aber auch verweilen und beispielsweise in einer App den digitalen Lesezirkel „Sharemagazines“ mit Zeitschriften und Zeitungen aus dem In- und Ausland durchstöbern.

Aus Sicherheitsgründen sind die öffentlich zugänglichen Bereiche videoüberwacht.

Etwa 2500 aktive Leser*innen sind in der Bücherei St. Georg registriert. Wie viele es ganz genau sind, da will sich Michael Schürmann nicht festlegen: „Wir haben auch Familienausweise, die von bis zu fünf oder sechs Familienmitgliedern genutzt werden.“ Ihnen stehen 36.000 physische Medien zur Verfügung – inklusive eBooks. Darüber hinaus runden seit kurzem zwei weitere digitale Angebote das umfassende Medienangebot ab: der Streaming-Dienst filmfriend sowie speziell für Kinder von 2-10 Jahren die TigerBooks.

Die Bücherei St. Georg, die in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde ist und eine vertraglich festgelegte Unterstützung von der Stadt Vreden bekommt, ist mehr als nur eine Möglichkeit, an Lesestoff zu kommen. „Die Bücherei ist ein sozialer Treffpunkt, an dem auch zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt stattfinden“, sagt Schürmann. Dazu gibt es ein gutes Netzwerk mit weiteren Initiativen vor Ort. „Wir hoffen, nach und nach gerade diesen Treffpunktcharakter wieder beleben zu können, wenn es die Pandemie zulässt“, so Schürmann.

Die Realisierung dieses richtungsweisenden Projektes der Open Library wurde vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW mit rund 19.600,00 Euro gefördert.

Mit dieser Serviceerweiterung ist die Öffentliche Bücherei St. Georg eine der modernsten Mittelstadtbibliotheken im Bistum Münster. Solange die Corona-Pandemie noch andauert, sind auch während der Open Library – Zeiten alle diesbezüglichen Regeln einzuhalten. So gilt die Maskenpflicht, die Gesamtzahl der Besucher, die sich gleichzeitig in der Bücherei aufhalten dürfen, beträgt 15 Personen.