Pflegenetz Westmünsterland qualifiziert Präsenz- und Betreuungskräfte

Gemeinsam mit Bereichsleiter Michael Brinkmöller (2. v. li) und Schulungsleitung Martina Gemünd-Gericks freuen sich die Kursteilnehmerinnen auf ihre Weiterbildung.

„Corona war gestern!“ Martina Gemünd-Gericks ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben Nachdem der letzte Qualifizierungskurs für Präsenz- und Betreuungskräfte in Einrichtungen der Altenhilfe unter extrem erschwerten Bedingungen absolviert werden musste, stehen die Chancen gut, dass der nun gestartete, neue Kurs innerhalb der geplanten Zeit seinen Lehrplan absolvieren kann. Zwölf Teilnehmerinnen aus Einrichtungen in Ahaus, Vreden, Stadtlohn und Rhede wollen sich in dem knapp einjährigen Kurs als Betreuungsassistentin, bzw. Präsenzkraft qualifizieren. Am Ende winkt ihnen ein von der IHK ausgestelltes Zertifikat.

Von Gerontopsychiatrie über Umgang mit Abschied, Sterben und Tod bis hin zu Erste Hilfe und Reanimation reicht das Spektrum, das der Kurs abdeckt. Aber auch Tagesstrukturierung, Dokumentation und Geriatrische Krankheitslehre stehen auf dem Stundenplan. Für jedes Thema stehen Profis aus den jeweiligen Bereichen als Dozenten zur Verfügung. Kursleitung Martina Gemünd-Gericks selbst vermittelt die Inhalte zur Gerontopsychiatrie und führt die abschließenden Tests durch.

Betreuungs- und Präsenzkräfte sind eine der unverzichtbaren Säulen in der modernen Altenpflege. Neben der eigentlichen Altenpflege stehen sie für Aufgaben des Alltags, für Kommunikation und Tagesstruktur zur Verfügung. Das im Pflegenetz Westmünsterland praktizierte Hausgemeinschaftskonzept mit familienähnlichen Gruppen ist ohne Präsenzkräfte kaum denkbar. Sie sorgen für eine Tagesstruktur, kochen mit den Bewohnern, sind Ansprechpartner und kümmern sich um die kleinen Dinge im Alltag. Auch in der ambulanten Pflege und in der Tagespflege sind sie inzwischen in dieser Rolle fest etabliert. 

Kein Wunder also, dass gut qualifizierte Kräfte auch in diesem Bereich gefragt sind. Martina Gemünd-Gericks: „Ich bin schon von Einrichtungen gefragt worden, ob es Kursteilnehmer ohne Anstellung gibt.“ Leider sei das Berufsbild noch nicht als vollwertiger Ausbildungsberuf anerkannt, so Michael Brinkmöller, Bereichsleiter Pflegenetz Westmünsterland.

Im Pflegenetz Westmünsterland, das die Altenhilfe-Einrichtungen innerhalb des Klinikums Westmünsterland zusammenfasst, werden bereits seit 2006 Fortbildungen für diesen Bereich angeboten. Michael Brinkmöller hieß die Teilnehmerinnen willkommen und gratulierte ihnen zu ihrer Entscheidung, an dem Kurs teilzunehmen – ungeachtet der dreifachen Belastung mit Job, Familie und Kurs. „Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Pflege und Betreuung“, erklärte er. Leider herrsche vielfach noch ein falsches Bild von der Altenhilfe vor, was sich aus der Historie der Altenheime erkläre. Dass es diesen Kurs schon so lange gebe, sei Indiz dafür, wie falsch und überkommen dieses Bild ist. „Ich glaube, dass Sie hier eine Menge mitnehmen werden.“