Stellungnahme des NABU Vreden zum Thema Flächenversiegelung

In der Presse wurden kürzlich Berichte veröffentlicht, die die Problematik der Flächenversiegelung in den Gewerbegebieten in Vreden thematisierten.

Unserer Auffassung nach wurde die Situation in diesen Artikeln nicht vollständig dargestellt und lässt einige Hintergrundinformationen unerwähnt.

Der Grund warum sich der NABU als Umweltschutzorganisation mit dem Thema „Überversiegelung“ beschäftigt ist nicht nur das fehlende Grün, welches wichtig für die Artenvielfalt ist, sondern insbesondere auch der Grund-, und Hochwasserschutz. Im Gegensatz zu früher, in der die Stadtplaner dafür sorgten das das Wasser von der Stadt weggeleitet wurde, ist diese Vorgehensweise in Zeiten des Klimawandels und den damit einhergehenden Dürre und Starkregenereignissen nicht mehr zeitgemäß. Das Wasser sollte vor Ort versickern um 1. das Absenken des Grundwasserspiegels zu vermeiden und 2. bei Starkregen die Kanalisation zu entlasten. Der zweite Punkt wurde auch in der örtlichen Presse  von der hiesigen Feuerwehr so vertreten.

Wir alle kennen das Resultat der Überversiegelung: Fehlendes Grundwasser in Vreden, Flutereignisse mit vollgelaufenen Kellern und im Einzelfall hoher materieller Schaden. Jeder kennt Menschen in seinem Umfeld die schon einmal betroffen waren. Übermäßige Flächenversiegelung ist damit für alle Vredener Bürger ein Thema von steigender Relevanz.

Der Gesetzgeber hat daher bzgl. Versiegelung klare Vorgaben gemacht, die in Vreden in einigen Fällen nicht eingehalten wurden. Auf diesen Missstand haben  wir die Stadtverwaltung und den Rat hingewiesen und um eine Stellungnahme gebeten.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sollte  als „Chance“ weniger als „Bürde“ angesehen werden. In diesem Sinne freuen wir uns, dass das Thema nun die nötige Aufmerksamkeit erhält und von einer Arbeitsgruppe aufgegriffen wird, in die wir uns gerne kompetent einbringen werden.

Konkrete Lösungsvorschläge wie z.B. die Möglichkeit Dach bzw. Fassadenbegrünungen als Ausgleich vorzunehmen, wenn eine Entsiegelung nicht mehr möglich ist, haben wir bereits im ersten Gespräch mit der Stadtverwaltung unterbreitet.

Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass lediglich Maßnahmen für Gewerbegrundstücke diskutiert werden müssen deren BPL nach 1989 erstellt wurde und bei denen die Versiegelung 80% überschreitet. Für Fragen zum Thema stehen wir gerne zur Verfügung.

Dipl.-Ing. Chriss Hintemann

Ansprechpartnerin NABU Vreden

Vreden@nabu-borken.de

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