Trockene Stiefel beim Pflegeeinsatz im NSG Lüntener Fischteiche

Die Helfer*innen des NABU waren an zwei Wochenenden im November im NSG Lüntener Fischteiche tätig, um dringende Entkusselungsarbeiten zu leisten.

Die Lüntener Fischteiche liegen in Lünten, einem Dorf in der Nähe von Vreden unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden. Das NSG war ursprünglich ein angestauter Heideweiher. Hier wurde bis 1952 intensive Fischzucht betrieben. Die Teiche wurden bereits 1958 unter Schutz gestellt. In den anrainenden Kiefernwäldern sind Reste unserer früheren Moor- und Heidelandschaft erhalten geblieben. Auch gibt es hier sogar einige alte Wacholderbäume. Im Heideweiher lassen sich viele seltene Pflanzenarten finden. Außerdem ist der Teich der Lebensraum vieler Tierarten. Die geschützte Landschaft kann einige seltene Arten, z.B. Lungen-Enzian, Sonnentau, Sumpf-Johanniskraut, Sumpf-Bärlapp und Kleiner Wasserschlauch vorweisen. Unter den vielen Tierarten sind viele Frosch- und Krötenarten, wie auch seltene Libellen charakteristische Bewohner dieser Lebensräume.

Das Naturschutzgebiet ist Teil des EU-Vogelschutzgebiets „Moore und Heiden des westlichen Münsterlandes“.

Das ca. 100 ha große NSG gehört zum Projekt Natura 2000. Dies ist die offizielle Bezeichnung für ein Netz von Schutzgebieten, das innerhalb der Europäischen Union nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.

Die Pflegemaßnahme galt insbesondere dem Schutz der Feuchtheiden mit ihren schützenswerten Heidepflanzen.

Das Entkusseln der Moorweiherregion bedeutet, dass wertvolle Naturbereiche freigeschnitten, Faulbaum, Birken und Weiden entnommen werden, damit Licht und Raum für schützenswerte Arten erhalten bleibt.

Das NSG Lüntener Fischteiche sind diesem sehr trockenen Jahresverlauf beängstigend stark ausgetrocknet. Niemals wurde so vertrocknete Strukturen hier wahrgenommen. Dies war vor einem Jahr noch anders. Dort besaßen die Tümpel und Teiche und Feuchtzonen eine Nässe, die der Vegetation und der Biotop-Gesamtsituation angemessen war. Der Vergleich zeigt die dramatische Veränderung.

Beim diesmaligen Einsatz musste gegensätzlich zum vorigen Einsatz aber niemand nasse Stiefeln fürchten. Dennoch war der Arbeitseinsatz alles anderer als einfach. Wegen der Wasserstände sonst unzugängliche Naturzonen waren zwar aktuell begehbar, doch war der Zugang äußerst holprig und unwegsam. So mancher setzte sich zwischendurch auf den Hosenboden. So waren alle letztlich zwar beansprucht aber mit dem Ergebnis des Arbeitseinsatzes doch sehr zufrieden.

Wenn ihr auch Lust habt, unsere Naturschutzarbeit bei Einsätzen wie diesem zu unterstützen, meldet euch gerne bei einem unserer NABU-Gruppen oder unter ehrenamt@nabu-borken.de