Ursula Schulte: „Irgendwann ist es Zeit, sich zurückzuziehen“

SPD-Bundestagsabgeordnete tritt bei Wahl 2021 nicht mehr an

Bei der Bundestagswahl 2021 wird die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte nicht erneut antreten. „Fast vier Jahrzehnte politischer Arbeit haben mein Leben nachhaltig geprägt, aber irgendwann ist es auch Zeit, sich zurückzuziehen“, so die Vredener Politikerin, die den Wahlkreis Borken II vertritt, zu ihrem Entschluss.

Angefangen habe alles mit der Kommunalwahl 1984, blickt Ursula Schulte zurück. Damals wurde die Sozialdemokratin in den Rat der Stadt Vreden gewählt, fünf Jahre darauf folgte die Wahl in den Borkener Kreistag, wo sie später den Vorsitz der SPD-Fraktion übernahm.

Den Höhepunkt ihrer politischen Laufbahn erlebte Ursula Schulte 2013, als ihr mit langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung im Rücken der Einzug in den Deutschen Bundestag gelang. 2017 wurde sie wiedergewählt. „Es ist mir nicht in die Wiege gelegt worden, Bundestagsabgeordnete zu werden. Ich empfinde es als Glücksfall und große Ehre, dieses Mandat ausüben zu dürfen.“ In Berlin gestaltet Schulte unter anderem als ernährungspolitische Sprecherin und als Berichterstatterin für Altenpflege die Politik der SPD-Fraktion mit.

Dass während ihrer Zeit im Bundestag sozialpolitische Meilensteine wie der Mindestlohn oder die Grundrente durchgesetzt werden konnten, mache sie stolz. Auch deshalb wecke die Entscheidung, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen, unterschiedliche Gefühle in ihr. „Da ist Wehmut, weil mir die Arbeit viel Freude macht. Aber ich weiß auch, wie schön und erfüllend ein Leben ohne Abgeordnetentätigkeit sein kann.“

Die Gliederungen der SPD im Kreis Borken wissen bereits, dass Ursula Schulte keine dritte Legislaturperiode anstrebt. Die Nachfolge werden Ortsvereine und Unterbezirk voraussichtlich nach den Kommunalwahlen regeln. „Natürlich werde ich bis zum Ende der Wahlperiode mit ganzer Kraft weiter arbeiten. Es gibt viel zu tun, die Folgen der Corona-Krise sind teilweise dramatisch. Auch um das Thema Altersdiskriminierung, insbesondere von Frauen, und um die Situation von Pflegebedürftigen will ich mich noch intensiv kümmern“, macht Ursula Schulte deutlich

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