Vom Verwaltungslehrling bis zur Fachabteilungsleiterin

Nach fast 49 Jahren bei der Stadt Vreden geht Brigitte Sicking in den Ruhestand

v.l.n.r.: Personalratsmitglied Ruth Buning, Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp, Brigitte Sicking, Erster Beigeordneter Bernd Kemper, Personalchef Jürgen Depenbrock.

„Absolut unvorstellbar, dass das lange Arbeitsleben nun zu Ende ist“, kommentierte Brigitte Sicking ihre letzten Stunden als städtische Bedienstete.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde sie von Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp, dem Ersten Beigeordneten Bernd Kemper und Personalratsvertreterin Ruth Buning in den Ruhestand verabschiedet.

Im August 1973 begann die berufliche Laufbahn bei der Stadt Vreden als „Verwaltungslehrling“.

Nach erfolgreichen Abschlüssen der Angestelltenlehrgänge I und II stieg Brigitte Sicking auf zur Verwaltungsfachwirtin und im Jahr 1991 wurde ihr als erste Frau bei der Stadt Vreden eine Amtsleiterstelle übertragen. 9 Jahre leitete sie das Schul-, Sport- und Kulturamt bevor ihr im Jahr 2000 die Leitung des Soziamtes übertagen wurde. Im Januar 2005 kamen die Aufgaben des Jobcenter hinzu.

Im Sommer 2005 übernahm sie auch dort die Stelle der Fachabteilungsleiterin. Weiterbildungen für die neuen Aufgabengebiete und die sich veränderten Anforderungen waren selbstverständlich.

Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp bedankte sich für das große Engagement, mit dem Brigitte Sicking ihre Aufgaben angegangen sei und diese erledigt habe. Viele Jahre habe sie sich zudem im Personalrat engagiert, habe die Idee der Gleichstellung von Mann und Frau mitgeprägt und ihr Engagement für die sozialen Belange der Menschen in Vreden sei weit über das beruflich erwartbare Maß hinaus gegangen. Aus den Unterlagen entnehme er, dass sie seit 1973 immer Vollzeit gearbeitet habe. Dies sei sicherlich in der damaligen Zeit als Mutter zweier Kinder eine große Herausforderung gewesen.

„Mein Mann Paul hat mich immer sehr gut unterstützt, was aufgrund gängiger Rollenbilder zu der Zeit nicht selbstverständlich war“, berichtete Brigitte Sicking mit Blick auf ihren Ehepartner. Anschließend erzählte sie von einigen Begebenheiten und Arbeiten aus ihrem Berufsleben, welches sie insgesamt als Riesengeschenk ansehe. „Wichtig ist vor allem, den Menschen im Blick zu haben, Augen und Ohren offen zu halten für Alle.“

Auch Erster Beigeordneter Bernd Kemper bescheinigte Brigitte Sicking Top-Arbeit, die sie mit ihrem Team geleistet habe. Er nannte einige einschneidende Punkte, die im Laufe der letzten Jahre zu bewältigen waren, wie zum Beispiel die Umorganisation der Ämter, die Integration der Geflüchteten in den Jahren um 2015 und die Einführung der E-Akte im Sozialbereich auf Kreisebene.

Personalratsmitglied Ruth Buning überbrachte im Namen Kolleginnen und Kollegen die besten Wünsche für die Zukunft und bedankte sich dafür, dass Brigitte Sicking immer ein offenes Ohr gehabt habe: „Du warst stets zur Stelle, wenn du gebraucht wurdest.“

Zum letzten Arbeitstag hatten die Kolleg*innen der Stadtverwaltung draußen vor dem Rathaus ein Spalier gebildet, um, coronakonform, ihrer langjährigen Kollegin Tschüss sagen zu können.