Von „Menschen am Sonntag“ zu „Babylon Berlin“: Alltag in der Weimarer Republik – Von „Menschen am Sonntag“ zu „Babylon Berlin“: Alltag in der Weimarer Republik

Prof. Dr. Tobias Hochscherf

Vortrag von Prof. Dr. Tobias Hochscherf am Donnerstag, dem 6. Februar 2020, um 19.00 Uhr im kult in Vreden. Die aktuelle Sonderausstellung "Im Westen was Neues. Fußball – Charleston – Bubikopf" beschäftigt sich mit dem Westmünsterland vor 100 Jahren.

Das Leben in der Weimarer Republik gilt als modern, frei und selbstbestimmt. Doch woher stammt eigentlich unsere Vorstellung über das Leben damals? Vieles davon entspringt Film und Fernsehen. Über das dort vermittelte Bild dieser Zeit spricht Prof. Dr. Tobias Hochscherf in einem Vortrag im kult Westmünsterland. Beginn ist um 19.00 Uhr. Er zeigt nicht nur auf, welche Bilder uns vermittelt werden, sondern auch, auf welche Quellen sie sich beziehen.

Ein aktuelles Beispiel für die Macht der Bilder ist die deutschsprachige Krimiserie "Babylon Berlin". Weltweit verfolgten Zuschauer*innen die beruflichen und privaten Abenteuer der Polizisten Gereon Rath und Charlotte Ritter. Der Fernsehproduktion ging dabei eine aufwändige Recherche voraus: Anhand von Fotografien, Büchern und Filmen wurde das soziale Umfeld für die Dreharbeiten untersucht. Wichtige Quellen für die 1920er-Jahre ist dabei nicht nur Albert Südekums Schrift "Großstädtisches Wohnungselend", sondern auch der halbdokumentarische Film "Menschen am Sonntag" (1929/1930) von Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer und Billy Wilder. Der Film gibt ungewohnte Einblicke in das Leben einfacher Angestellter in und um Berlin. Die Art der Inszenierung war stilbildend für viele Kinofilme im 20. Jahrhundert und gilt als ein Meisterwerk des europäischen Kinos.

Der Referent, Prof. Dr. Tobias Hochscherf, lehrt und forscht an der Fachhochschule Kiel und der Europa-Universität Flensburg. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur deutschen und europäischen Filmgeschichte und beschäftigt sich mit aktuellen seriellen Fernsehformaten.

Der Eintritt ist frei. Vor dem Vortrag gibt es die Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung "Im Westen was Neues".

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