Waldführung mit Dr. Christoph Lünterbusch

20 Personen haben an einer vom Heimatverein Lünten organisierten Führung mit Dr. Christoph Lünterbusch vom LWL-Museum teilgenommen.

Dr. Christoph Lünterbusch

Im Lüntener Wald soll ein 75 ha großes Modellgebiet „wiedervernässt“ entstehen. Das bedeutet, dass die Gräben, die vor über 100 Jahren gezogen wurden und das Gebiet entwässern, verschlossen werden sollen. Aus dem unnatürlich trockenen Kiefernwald soll so wieder ein natürlicher, standortgerechter feuchter Wald werden.

Auf einer 9ha großen Fläche im Naturschutzgebiet „Schwattet Gatt“ hat der LWL eine vergleichbare Maßnahme gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken bereits im Jahre 2010 erfolgreich durchgeführt.

Während viele Vredener am Wochenende die Kirmes besuchten, führte Dr. Lünterbusch eine Gruppe von Naturliebhabern am Sonntagnachmittag mit dem Fahrrad zu einigen Stationen am „Schwatten Gatt“, um ihnen die Auswirkungen des vor 12 Jahren durchgeführten Rückbaus der Entwässerung zu zeigen. Im Auftrag des LWL wurden hier Nadelbäume geschlagen und einstige Waldmoorbereiche wiedervernässt. Die jetzt wieder feuchten Bereiche kommen den früher heimischen Pflanzen, wie dem wohlriechenden Gaggelstrauch, sowie vielen seltenen Amphibien und Insekten zugute. Durch die Vernässung kommt es zur Bildung von Torfmoosen, die Kohlendioxid dauerhaft binden und so den Schadstoffgehalt der Luft nachhaltig reduzieren.

Die Gruppe fuhr anschließend weiter zum Lüntener Wald an der niederländischen Grenze, um sich die Planungen zur Vernässung dieses Waldgebiet erklären zu lassen. Auf Wunsch fuhr Dr. Lünterbusch zum Abschluss der Führung mit ihnen noch spontan zum Naturschutzgebiet „Lüntener Fischteich“. Hier wurde vor einigen Jahren ein neues Biotop angelegt, wo sich heute neben den heimischen Heidearten das Sumpf-Johanniskraut, der Lungen-Enzian und viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen angesiedelt haben.

Christel Höink, 1. Vorsitzende des Heimatverein Lünten, bedankte sich im Namen der Teilnehmer bei Dr. Christoph Lünterbusch für die sehr informative Führung und den kurzweiligen Nachmittag in der Natur.