20 Jahre grenzüberschreitende Freundschaft auf vier Rädern

Die Jubiläums-Scheunenfahrt der deutschen und niederländischen Oldtimerfreunde feiert lebendige Tradition und tiefe Verbundenheit

Gemeinschaftsfoto Treckertruppe Heimatverein Vreden und Oldtimer Trekker Club Eibergen

Ein rundes Jubiläum im Zeichen der Völkerverständigung und der gemeinsamen Leidenschaft für historische Landmaschinen: In diesem Jahr fand die 20. deutsch-niederländische Scheunenfahrt statt. Was im Jahr 2005 als visionäre Idee begann, hat sich über zwei Jahrzehnte hinweg zu einem festen, grenzüberschreitenden Kultur- und Freundschaftsgut entwickelt. Rund 50 begeisterte Technikfreunde aus beiden Nationen kamen zusammen, um dieses besondere Jubiläum gebührend zu feiern und die tiefe Verbundenheit zwischen der Treckertruppe Vreden und dem Oldtimer Trekker Club (OTC) Eibergen neu zu beleben.

Eine Erfolgsgeschichte aus dem Herzen des Münsterlandes und der Achterhoek
Die Geburtsstunde dieser traditionsreichen Ausfahrt schlug am 23. April 2005, als der erste gemeinsame „Scheunentag“ – wie die jährlichen Ausfahrten inklusive historischer Besichtigungen liebevoll genannt werden – offiziell startete. Ins Leben gerufen wurde das partnerschaftliche Projekt von zwei engagierten Pionieren der regionalen Oldtimerszene: Andreas Terbrack-Ludwig, dem Vorsitzenden der im Jahr 2003 gegründeten Treckertruppe des Heimatvereins Vreden, und Henk Florijn, dem damaligen Vorsitzenden des Oldtimer Tractor Clubs Eibergen.

Obwohl Henk Florijn im Jahr 2008 verstarb, lebt sein Erbe in dieser Veranstaltung spürbar weiter. Die von ihm und Terbrack-Ludwig gesäte Saat einer grenzüberschreitenden Freundschaft ist zu einer festen Institution gereift. In den vergangenen zwei Jahrzehnten musste die geschätzte Tour lediglich ein einziges Mal – bedingt durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie – pausieren. Umso größer war die Freude, dass die diesjährige, geschichtsträchtige 20. Auflage von der Vredener Treckertruppe turnusgemäß und mit viel Herzblut organisiert werden konnte. „Es sind nicht nur die historischen Maschinen, die uns verbinden, sondern vor allem die Menschen und die über 20 Jahre gewachsenen Freundschaften, die keine Grenzen kennen.“, berichtet begeistert Andreas Terbrack-Ludwig.

Über idyllische Wirtschaftswege zum Flughafen Stadtlohn-Wenningfeld
Der Startschuss für die Jubiläumstour fiel am geschichtsträchtigen Antoniusheim in Köckelwick. Von dort aus setzte sich der imposante Konvoi aus rund 50 historischen Traktoren und Nutzfahrzeugen in Bewegung. Die liebevoll restaurierten Oldtimer tuckerten gemächlich über kleine, idyllische Bauernstraßen und schlängelten sich durch die malerischen Vredener Bauerschaften Doemern, Kleine Mast und Großemast. Das rhythmische Knattern der Motoren zog entlang der Strecke zahlreiche Schaulustige an, die den Fahrern begeistert zuwinkten.

Das erste große Highlight der Route wartete am Verkehrslandeplatz Stadtlohn-Wenningfeld. Für die Oldtimerbegeisterten wurde die Start- und Landebahn des Flughafens für kurze Zeit exklusiv gesperrt. Ein spektakuläres Bild bot sich den Anwesenden, als die historische Treckertruppe im geschlossenen Verband über die Asphaltbahn direkt zum Hangar rollte.

Dort wurden die Teilnehmer von Dieter Gehling empfangen. Gehling ist nicht nur stolzer Besitzer einer beeindruckenden privaten Flugzeugsammlung, sondern als Eigner eines historischen Lanz-Bulldogs auch selbst aktives Mitglied der Vredener Treckertruppe. Die Technikbegeisterten nutzten die Gelegenheit ausgiebig, um die textilen und metallenen Raritäten der Luftfahrtgeschichte zu bestaunen. Ein ganz besonderer Blickfang der Ausstellung war das seltene Flugzeugporträt einer Pilatus P-2, das unter den Fachleuten für leidenschaftliche Fachgespräche sorgte.

Sondergenehmigung und ein Abschied auf der Grenze
Die anspruchsvolle Rückroute, die von Ernst Tenoth akribisch organisiert worden war, hielt ein weiteres landschaftliches Juwel bereit. Dank einer exklusiven Sondergenehmigung durfte die Kolonne den idyllischen Fürstenbusch durchqueren, bevor der Weg die Fahrer weiter nach Gaxel führte.

In Gaxel angekommen setzten alle Teilnehmer ihre Fahrt fort zum Hof von Hubert Hoffstätte, wo der ereignisreiche Tag bei kühlen Getränken, deftigem Essen und vielen Anekdoten aus den vergangenen 20 Jahren einen gemütlichen und würdigen Ausklang fand.

Bevor die 20 Teilnehmer des OTC Eibergen, ihre Heimreise antraten, verabschiedeten sich die Freunde unter großem Hallo, gegenseitigem Schulterklopfen und dem festen Versprechen auf ein baldiges Wiedersehen.

Zahlen & Fakten zum 20. Jubiläums-Scheunentag

  • Gründung: Erster Scheunentag am 23.04.2005 durch Andreas Terbrack-Ludwig (Vreden) und Henk Florijn † (Eibergen).
  • Teilnehmer 2026: 30 Personen der Treckertruppe Vreden (Heimatverein Vreden e.V.) und 20 Mitglieder des Oldtimer Trekker Club Eibergen.
  • Stationen der Route: Antoniusheim Köckelwick – Doemern – Kleine Mast – Großemast – Flugplatz Stadtlohn-Wenningfeld (Hangar Dieter Gehling) – Fürstenbusch – Gaxel – Hubert Hoffstätte
(Bildmitte v.l., Gründungsmitglieder) Andreas Terbrack-Ludwig und Henk Florijn bei der ersten Scheunenfahrt im Jahr 2005
Hangar und Oldtimerflugzeuge Dieter Gehling, Wenningfeld
Abschluss bei Hubert Hofstätte
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