Männerchor Vreden brilliert beim grenzenlosen Neujahrskonzert

Männerchor Vreden zusammen mit dem Woolds Mansleukoor. ©Gerd Kemper

Männerchorgesang ist altbacken und langweilig? Wer jemals dieser Ansicht war, wurde beim diesjährigen Neujahrskonzert im voll besetzten Theater- und Konzertsaal der Stadt Vreden auf unterhaltsamste Weise vom Gegenteil überzeugt. Der Männerchor Vreden, zu Konzertbeginn und im Finale tatkräftig von seinen niederländischen Freunden des Woolds Mansleukoor unter der Leitung von Klaas-Jan Kos unterstützt, zeigte sich bestens vorbereitet und gut aufgelegt.

Auch das Harmonieorchester der KWOV würzte fabelhafte Musikalität mit Humor und begeisterte das Publikum.

Franz-Bernd Becking, Vorsitzender des Männerchores, begrüßte das internationale Publikum. Er fand die passenden Worte, auf die aktuelle politische Situation einzugehen und mit dem Konzerttitel „Grenzenloser Klang“ das verbindende Element der Musik in den Fokus zu rücken.

Das Programm des Chores, auf launige Weise moderiert von Chorleiter Karl-Heinz „Kalle“ Höper, hielt, was der Titel versprach. Es kam nicht nur international daher, sondern bot auch für jede musikalische Vorliebe ein „Schmankerl“. Nahezu jedes Genre war vertreten, vom niederländischen Schlager ‚Het is een nacht‘ bis zum Opernchor, vom französischen Chanson bis zum Spiritual, vom klassischen Männerchortitel bis zum Agnus Dei aus der Missa in terra pax. Besonderen Applaus verdienten sich die Solisten aus dem Chornachwuchs, Markus Gewers, Matteo Schemmick und Linus Banken, mit ihren überzeugenden Auftritten.

Den zweiten Konzertteil, zweisprachig moderiert vom Ehrenvorsitzenden des Männerchores, Hermann Barenborg, bestritt traditionell das Harmonieorchester der Koninklijke winterswijkse orkest vereniging unter der Leitung von Christian Ansink. Auch sie betonten in ihrer Programmauswahl Vielfalt und Internationalität bei höchster musikalischer Qualität. Für noch mehr gute Laune und bewundernde Oh’s und Ah’s sorgte die Schlagwerkgruppe der KWOV unter der Leitung von Inge Konings. Plastikeimer und Tonnen mutierten zu Musikinstrumenten und mit höchster Präzision zeigten die Trommler eine faszinierende und humorige Choreographie.

Zum Abschluss des Konzertes versetzten die Aktiven das Publikum in eine wahre Gänsehaut-Stimmung. Alle Sänger und Musiker fanden sich auf der Bühne zusammen und präsentierten „Va‘ pensiero“, den Gefangenenchor aus der Oper Nabucco von Guiseppe Verdi. Die biblische Geschichte um den babylonischen König erzählt von maßloser menschlicher Selbstüberschätzung und Überheblichkeit, dem Kampf der Religionen, Gefangenschaft, Exil und Erlösung, also ein Werk mit erschreckend aktueller politischer Aussage. Da war die Begeisterung förmlich mit Händen zu greifen, als man gemeinsam mit dem Publikum zum Abschluss dieses eindrucksvollen Konzertes die „Ode an die Freude“, die Europa-Hymne, intonierte.

Nach diesem grenzenlosen Musikgenuss bot sich die gern genutzte Gelegenheit, in fröhlicher Gemeinschaft, bei Musik und Gesang, den Nachmittag im Foyer des Saales zu verbringen. Hier standen gute Gespräche zum Jahresbeginn im Mittelpunkt.

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