Wenn im Montessori Kinderhaus Vergissmeinnicht die Matten ausgerollt werden, fliegen zwar keine Fetzen, aber dafür jede Menge gute Laune! Was für manche Ohren erst einmal nach Trubel klingt, ist in Wahrheit ein spannendes Projekt zum Thema „Ringen und Raufen“. Unter der Leitung des angehenden Erziehers (PiA) Theo haben die Kinder bewiesen, dass Kämpfen und Fairness absolut kein Widerspruch sind. Was ursprünglich als eine Schulaufgabe begann, hat sich blitzschnell zum Lieblingsprojekt der Kinder entwickelt. Das Ziel: Dem natürlichen Bewegungsdrang und dem Bedürfnis nach körperlichem Kräftemessen nachkommen – aber eben ohne blaue Flecken und Tränen. Kämpfen im Alltag ist oft ein Tabu. Dabei ist es für die kindliche Entwicklung enorm wichtig, die eigenen Stärken zu spüren und – was noch wichtiger ist – die eigenen Grenzen und die der anderen zu akzeptieren. Unter Theos Anleitung lernten die kleinen Nachwuchs-Ringer, dass ein Kampf nur dann Spaß macht, wenn sich alle an die Regeln halten. Ob beim spielerischen Schieben oder beim Testen, wer den festeren Stand hat: Der wichtigste „Muskel“, der hier trainiert wurde, war die Achtsamkeit. „Stopp“ ist das Zauberwort, das jeden Kampf sofort beendet. So wird aus einer wilden Rangelei eine Lektion in Sachen Vertrauen und Selbstbeherrschung. Das Fazit im Kinderhaus Vergissmeinnicht fällt durchweg positiv aus: Die Kinder sind ausgeglichener, stolz auf ihre neu entdeckten Kräfte und haben vor allem gelernt, dass wahre Stärke darin liegt, gut aufeinander aufzupassen. Ein Projekt, das zeigt: Wer gelernt hat, fair zu raufen, muss im Ernstfall gar nicht erst streiten! Ein ganz besonderer Dank geht an Matthias Denno von den Polareisbären in Vreden, welcher die Kinder in einer Schnupperstunde in ihren neu erlernten Erfahrungen nochmals gestärkt hat.
