60 Jahre „Mittlere Reife“ am Gymnasium Vreden

Gruppenfoto im Eingangsbereich des Gymnasium Georgianum vor dem Wandgemälde mit dem Hl. Georg als Drachentöter

Am Samstag, dem 18. April 2026 trafen sich nach 10 Jahren mal wieder 13 Schüler/innen, die Ostern 1966 am Gymnasium Georgianum mit der damaligen Bezeichnung „Mittlere Reife“ (heute „Mittlerer Schulabschluss“) ihren vorläufigen Schulabschluss erreicht hatten. Bis dahin war es ein „Progymnasium“, ab dem Schuljahr 1966 wurde es ein „Vollgymnasium“; das bedeutete, dass erstmalig Schüler in Vreden die schulische Ausbildung bis zum Abitur fortführen konnten. Insgesamt 5 der damals noch 24 Schüler/innen der „Unter-Sekunda“ wählten erstmalig diesen Weg in Vreden; aus teils merkwürdigen Gründen konnten dann (nur) 3 dieser Schüler bereits im Sommer 1968 nach nur etwa 2 ½ Jahren ihre Abiturprüfung in Vreden machen. Hintergrund dieser verkürzten Zeit war nicht, dass man in solch einer Mini-Klasse besser lernen konnte, sondern dass zu der Zeit der Schuljahresbeginn von Ostern/Frühjahr umgestellt wurde auf Sommer.

Seit langer Zeit organisiert Alois Wesseler diese Klassentreffen üblicherweise im 5-Jahres-Rhythmus; aufgrund Corona war dieses Treffen vor 5 Jahren ausgefallen und so war die Freude groß, sich nach 10 Jahren mal wieder zu treffen und klönen zu können. Natürlich sind leider auch immer Absagen/Verhinderungen dabei aus verschiedensten Gründen; 6 Todesfälle gibt es leider auch schon zu beklagen. Altersgemäß war das jeweilige gesundheitliche Befinden ein häufiger Gesprächsstoff. Altersgemäß hatte Alois Wesseler allerdings auch das Programm gestaltet mit viel Zeit bei Kaffee und Kuchen im „Alten Rathaus-Cafe“, einem gemütlichen Spaziergang durch die Vredener Altstadt Richtung Sekundarschule und Gymnasium mit kurzem Blick auf die Häuser früherer Lehrer und damaliger Schulleitung von Herrn Maessen.

Aufgrund einer erforderlichen Terminverschiebung in der Vorbereitung für das Klassentreffen, war es dem im internationalen und nationalen Reitsport immer noch sehr stark involviertem Martin Plewa (hat 1968 in Vreden Abitur gemacht) seit langer Zeit mal wieder möglich teilzunehmen. Martin hat 1988 in Seoul mit den Vielseitigkeitsreitern in der Mannschaft eine olympische Goldmedaille für Deutschland gewonnen!

Da keiner der damaligen Lehrkräfte mehr für eine Führung durch das Gymnasium zur Verfügung stand, hatte sich Christoph Terrahe aus dem aktuellen Lehrer-Kollegium freundlicherweise bereit erklärt, einen Rundgang durch die alten Räumlichkeiten zu machen. Als der aktuelle stellvertretende Schulleiter Nils Pakeiser zufällig von diesem Besuch mit Anwesenheit der 3 ersten Abiturienten aus Vreden erfuhr, erklärte er sich sofort bereit, zumindest bei der Begrüßung dabei zu sein bzw. die Begrüßung selbst zu übernehmen. Hintergrund war auch, dass u.a. er in den Vorbereitungen steckt für die 350 Jahr-Feier des Vredener Gymnasiums und in Anwesenheit dieser Abiturienten (insgesamt waren 4 da) Werbung machen wollte für die Feiern und dafür warb, ihn mit Informationen aus der damaligen Zeit zu unterstützen.

Damals waren die nur ca. 130 Schüler in den insgesamt nur 6 Klassenzimmern der 2 alten noch bestehenden Seitenflügel untergebracht. Das war natürlich spannend, wie es dort heute nach mehr als 60 Jahren aussieht, wie die Klassenzimmer möbliert sind und welche digitalen Techniken dort mittlerweile Einzug gehalten haben. Zunächst wurde im großen Eingangsbereich mit dem heiligen Georg als Drachentöter auf dem Wandgemälde ein Gruppenfoto gemacht; alle konnten sich noch gut erinnern, wie der damalige Kunsterzieher Heinz Weddeling aus Burlo etwa 1961-1962 auf Leitern und Gerüsten vor dieser Wand stand und das riesige filigrane Gemälde dort auf die Wand „gepinselt“ hat.

Intensiv „begutachtet“ wurden danach in einem oberen Flurbereich, die „Abitur-Fotos“, die dort schön chronologisch an den Wänden hängen; nicht nur die jeweilige Abiturientia mit ihrem Stufenleiter und weiteren Lehrpersonen weckten Erinnerungen, sondern auch die damaligen Frisuren und Kleidung brachten manches Gesicht zum Schmunzeln. In den ersten Abi-Jahren gab es noch das „Abitur-Kappy“ mit bordeaux-roter Umrandung.

Nach Verabschiedung vom Gymnasium und kurzem Spaziergang zurück in die Innenstadt klang das diesjährige Treffen „standesgemäß“ (es waren ja mehrere dabei, die damals griechisch als 3. Fremdsprache gewählt hatten und dieses bis zum Abitur durchgehalten hatten) mit einem gemeinsamen Abendessen in einem griechischen Lokal (Luli) aus. Beim Essen wurde aber dann doch nicht griechisch gesprochen – wenn überhaupt, dann nur vom dortigen Restaurant-Personal. Altersgemäß war das Treffen dann auch bereits gegen 22.00 Uhr beendet, nicht erst um 3.00 Uhr nachts, wie früher.

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