Haushaltslage in Vreden verschlechtert sich deutlich

Zwischenbericht über die Entwicklung des zweiten Quartals zum Haushalt 2026

Aktuell liegen herausfordernde Zeiten vor der Stadt Vreden und vielen weiteren Kommunen. Dazu haben die Kommunen deutschlandweit am 22.06.2026 mit einen Aktionstag unter dem Motto „Kommunen am Limit“ auf ihre finanzielle Situation aufmerksam gemacht.

Auch die finanzielle Lage der Stadt Vreden hat sich kurzfristig deutlich verschlechtert. Aufgrund der erheblichen Verschlechterung der Haushaltslage war die Verwaltung gemäß § 25 Absatz 1 Nummer 1 der Kommunalhaushaltsverordnung Nordrhein-Westfalen verpflichtet, den Rat frühzeitig über die Entwicklung zu informieren. In der Ratssitzung am 2. Juli 2026 stellte Kämmerin Gabriele Terhalle hierzu den Quartalsbericht zum Stichtag 30. Juni vor und machte die angespannte finanzielle Situation der Stadt Vreden deutlich.

Hauptursache für die unerwartete Verschlechterung der finanziellen Situation sind erheblich rückläufige Gewerbesteuereinnahmen. Während in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund 27 Millionen Euro erzielt wurden, beläuft sich das Aufkommen nach aktuellen Planungen auf lediglich 18,1 Millionen Euro. Dies entspricht einem Einbruch von rund 33 Prozent beziehungsweise einem Rückgang von etwa 8,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Damit fehlen diese Mittel bei der Liquidität und für die Finanzierung der Investitionen und laufenden Ausgaben.

Die negative Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Ergebnisplanung aus. War ursprünglich für das Jahr 2026 ein Defizit von 1,3 Millionen Euro vorgesehen, geht die aktuelle Prognose inzwischen von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 8,8 Millionen Euro aus.

Verwaltungsseitig werden aktuell Maßnahmen, wie die Aufstellung eines Nachtragshaushalts sowie mögliche Haushaltssperren geprüft. „Der Einbruch der Gewerbesteuer ist erheblich. Mit diesen Steuergeldern haben wir in den vergangenen Jahren unsere freiwilligen Ausgaben und die über dem Standard liegenden Maßnahmen finanziert. Jetzt müssen wir kleine und größere Ausgaben genau abwägen und prüfen“, erklärt Kämmerin Gabriele Terhalle.

Die angespannte finanzielle Lage wird voraussichtlich spürbare Auswirkungen auf die kommunalen Leistungen haben. Insbesondere im Bereich der freiwilligen Aufgaben ist nicht auszuschließen, dass Zuschüsse reduziert oder Angebote eingeschränkt beziehungsweise eingestellt werden müssen.

„Auch wenn wir alle Ausgaben kritisch prüfen müssen, sind wir überzeugt, dass Vreden eine liebens- und lebenswerte Stadt bleibt. Unsere Aufgabe ist es weiterhin in unsere Infrastruktur zu investieren und die Rahmenbedingungen für die Daseinsfürsorge zu schaffen. Es gilt weiterhin die richtigen Prioritäten zu setzen und noch genauer hinzuschauen. Dabei verschweigen wir nicht, dass aufgrund verschiedener äußerer Faktoren wirtschaftlich schwierige Zeiten vor uns liegen“, so Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp.

Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung einen umfassenden Konsolidierungsprozess eingeleitet, um Einsparpotenziale zu identifizieren und gleichzeitig die Einnahmesituation zu verbessern. In der Sitzung des Rates am 2. Juli 2026 machten die Ratsmitglieder fraktionsübergreifend die herausfordernde Situation deutlich und sicherten die konstruktive Mitarbeit in diesem Prozess zu.

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