Musik soll Freude machen, Selbstvertrauen schenken und Menschen miteinander verbinden. Damit sich Kinder und Jugendliche an der Musikschule Vreden sicher und gut aufgehoben fühlen, gibt es jetzt ein eigenes Kinderschutzkonzept. Unter dem Titel „Wenn Musik stark macht“ liegt es ab dem neuen Schuljahr als handliche Broschüre in der Musikschule aus.
Entstanden ist das Konzept in einem gemeinsamen Prozess, an dem ganz unterschiedliche Menschen aus der Musikschule beteiligt waren: Martina Nünning, Sara Thesing und Theresa Volmer aus der Elternschaft, Annegret Bennink, Andrea Küpers und Ruth Overbeck aus dem Kreis der Lehrkräfte, Ulrich Kipp aus dem Vorstand, Rebecca Taylor als Schülerin sowie Constanze Kästner als Schulleiterin. Unterstützt wurde die Musikschule dabei durch eine Förderung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und durch Felicitas Weßelmann, eine erfahrene Fachberaterin, die bereits im vergangenen Jahr eine Basisschulung für das Kollegium durchgeführt hatte. Los ging es Anfang Januar mit einem ganztägigen Workshop. Gemeinsam setzte sich die Arbeitsgruppe mit verschiedenen Formen von Gewalt auseinander, entwickelte ein gemeinsames Leitbild und erarbeitete einen Verhaltenskodex. Dabei ging es nicht nur um Regeln auf dem Papier, sondern vor allem um die Frage: Wie wollen wir an unserer Musikschule miteinander umgehen? Diese Frage begleitete das gesamte Projekt. Kollegium und Vorstand wurden regelmäßig einbezogen, Zwischenergebnisse gemeinsam besprochen und weiterentwickelt. Ein weiterer Workshop im April beschäftigte sich vor allem damit, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Anliegen, Sorgen oder Beschwerden gut und unkompliziert ansprechen können. Besonders wichtig waren dabei die Umfragewochen mit Eltern, Kindern und Jugendlichen. Ihre Rückmeldungen machten deutlich, wo bereits vieles gut funktioniert – und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Einige Veränderungen konnten direkt umgesetzt werden: Die Möglichkeiten zur Beschwerde wurden verbessert, ein anonymer Beschwerdekasten eingerichtet, Informationen zum Kinderschutz auf der Website gebündelt und Vertrauenspersonen benannt. Auch im Bereich der Toilettennutzung wurden Veränderungen vorgenommen. Das neue Schutzkonzept soll dabei kein Ordner sein, der nach seiner Veröffentlichung im Regal verschwindet. Es soll im Alltag helfen – gerade dann, wenn eine Situation schwierig oder unklar wird. Klare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, konkrete Handlungsschritte und Notfallkontakte geben Kindern, Jugendlichen, Eltern und Mitarbeitenden Orientierung und Sicherheit. Auch bei der Gestaltung der begleitenden Broschüre wurde Wert auf Beteiligung gelegt: Xenia Wieder zeichnete das Titelbild. Frank Rohmann und seine Firma atento Werbeagentur GmbH hat das Schutzkonzept schließlich in einer liebevoll gestalteten und handlichen Broschüre zusammengefasst.
Wer mehr über das Schutzkonzept erfahren oder Fragen dazu stellen möchte, ist herzlich zu einem
Online-Elternabend am Montag, dem 14. September, von 19.00 bis 20.00 Uhr eingeladen. An diesem Abend wird das Schutzkonzept vorgestellt und es gibt Raum für Fragen und Austausch. Die Zugangsdaten werden über die Musikschul-App verschickt. Für die Musikschule ist die Veröffentlichung deshalb mehr als ein formaler Abschluss eines Projekts. Kinderschutz beginnt mit Aufmerksamkeit, mit gegenseitigem Respekt und mit dem Mut, hinzuschauen und Dinge anzusprechen. Genau dafür soll das Konzept einen Rahmen schaffen. Damit dieser Gedanke dauerhaft Teil der Musikschule bleibt, wird das Schutzkonzept künftig auch bei Stellenausschreibungen berücksichtigt und in den Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeitender aufgenommen. „Wenn Musik stark macht“ steht damit für eine Musikschule, in der nicht nur Musik gelernt und gemacht wird, sondern in der Kinder und Jugendliche Raum bekommen, sich zu entwickeln – und darauf vertrauen können, dass ihre Sicherheit und ihre Stimme zählen. Die Broschüre liegt ab Beginn des neuen Schuljahres in der Musikschule Vreden aus.
