Walbert-Schule Vreden – Erinnerungen

In den letzten Monaten haben etliche Klassen der ehemaligen Walbert-Schule ihre Klassentreffen veranstaltet. Dabei wollten viele Ehemalige gern wissen, wann und wie es zur Gründung der Walbert-Schule gekommen ist: Im Jahre 1968 wurde in NRW auf Beschluss der Landesregierung die Hauptschule als neue Schulform eingerichtet und in die Gruppe der weiterführenden Schulen eingegliedert. Damit sollte eine fundamentale Neubesinnung auf das Bildungsschicksal des größeren Teils der jungen Menschen in NRW vollzogen werden.

Zu diesem Zeitpunkt bestanden im Bereich der Gemeinde Ammeloe noch eine Reihe von selbständigen Volksschulen, und zwar in den Dörfern und Bauernschaften Ammeloe, Wennewick, Lünten, Ellewick, Zwillbrock, Dömern und Großemast. Im Vorfeld des politischen Zusammenschlusses der Gemeinde Ammeloe und der Stadt Vreden, der sich zum 1. Juli 1969 nicht ohne erhebliche Geburtswehen vollzog, fasste der Rat der Gemeinde Ammeloe am 24. April 1969 den Beschluss zur Errichtung einer Hauptschule für die Kinder aus den Schulbezirken Ammeloe, Wennewick, Zwillbrock, Lünten, Ellewick, Dömern und Großemast. Die neue Hauptschule sollte zum 1. August 1969 ihren Betrieb aufnehmen. In Ermanglung eines neuen Gebäudes wurde bestimmt, die Schüler*innen dieser Hauptschule zunächst in den Räumen der Norbert-Schule unterzubringen.

Die neu errichtete Hauptschule hatte zunächst noch keinen Namen. Da sie jedoch ausschließlich von Schülerinnen und Schülern der ehemaligen Gemeinde Ammeloe besucht wurde, nannte man sie vorab „Hauptschule Ammeloe“. Erst im Mai 1970 erhielt die Schule durch Ratsbeschluss ihren endgültigen Namen „Walbert-Schule“. Gemeint ist Graf Walbert. Er war ein sächsischer Adliger (834-872), ein Enkel des berühmten Herzogs Widukind. Er gilt als historisch bedeutende Gründerfigur für Vreden. Ihm zu Ehren sind in Vreden bis heute eine örtliche Straße (Walbertstraße) und damals die ehemalige Walbert-Schule benannt (heute „Sekundarschule an der Berkel“). Wäre es nicht sinnvoll gewesen, den Namen „Walbert-Schule“ für die neue Sekundarschule zu übernehmen?

Zum 1. August 1969 wurden 391 Schülerinnen und Schüler angemeldet. 10 Klassen wurden gebildet, je Jahrgangsstufe 5 bis 9 zwei Klassen. Die Klasse 5 b war die stärkste mit 44 Schülerinnen und Schülern, die geringste Frequenz verzeichnete die Klasse 9 b mit 30 Mädchen und Jungen. Wegen Lehrermangels konnte voller Unterricht laut vorgesehener Stundentafel nicht erteilt werden. Daher wurden die Schüler und Schülerinnen morgens in zwei Abteilungen zur Schule gefahren: die erste Gruppe kam zur ersten Stunde, die andere zur zweiten; entsprechend erfolgte die Rückfahrt nach der 5. bzw. nach der 6.Stunde. Diese „Staffelfahrten“ waren Ausdruck des herrschenden Lehrermangels, zugleich kamen sie dem Schulträger entgegen, der sich mit einem völlig neuen Kostenträger konfrontiert sah, den Schülerfahrtenkosten; sie ließen sich durch die „Staffelfahrten“ noch gering halten.

Schon mit dem Errichtungsbeschluss legte der Rat der Stadt Vreden fest, ein neues Gebäude am Berkelufer in der Nähe der Widukindstraße zu erbauen. Das mit 15 Klassen, Funktionsräumen und Turnhalle ausgestattete Gebäude wurde zum 1. August 1972 bezogen. Im Jahre 1975 erfolgte eine bauliche Erweiterung, wodurch mehr Klassenraum geschaffen wurde. 1980 wurde durch Umbaumaßnahmen zusätzlicher Fachunterrichtsraum geschaffen. Die Sportanlagen der Schule wurden 1983 durch einen Hartplatz ergänzt. 1972 wurde für qualifizierte Schüler*innen eine Klasse 10 eingerichtet, die zur Fachoberschulreife führte. Als durch Erlass des Kultusministers 1979 die Vollzeitschulpflicht eingeführt wurde, gliederte sich der 10. Jahrgang in die Klassentypen 10 A und 10 B, wobei der erstere zum Sekundarabschluss I (Hauptschulabschluss nach Klasse 10) führte und der letztere zur Fachoberschulreife. Wie schon erwähnt begann 1969 der Schulbetrieb mit 391 Schüler*innen, den höchsten Schülerstand verzeichnete die Walbert-Schule im Schuljahr 1977/1978 mit 981 Schüler/innen.

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