Am Donnerstag, dem 17. September 2026, wurde in einer außergewöhnlichen, fast nächtlichen, Aktion ein Nest der invasiven asiatischen Hornisse entfernt.
Frau Stefanie Eing aus Gescher, Expertin in der Bekämpfung dieser Hornissen-Art, hatte an diesem Tag schon mehrerer Nester entfernt und konnte erst gegen 20.00 Uhr beginnen, mit Hilfe eines Hubsteigers des Bauhofs, ein großes Nest mit geschätzt mehr als 1.000 Hornissen aus einem hohen Baum an der VHS Vreden herauszuschneiden.
Die Nester sind aktuell in den hohen Bäumen meist kaum hinter den Blättern zu erkennen. Wie aber findet man dann die Nester der asiatischen Hornisse?
Ganz neue erfolgreiche Methoden der Suche sind in den letzten Jahren entwickelt worden, z. B. wird einer einzelnen, eingefangenen Hornisse ein Mini-Sender angehängt und mit Hilfe moderner Telemetrie-Geräte wird diese Hornisse dann bis zu ihrem Nest verfolgt. Genau diese Methode hatte auch wenige Tage vorher den Sitz des Nestes an der VHS verraten.
Fortschritte in den letzten Jahren sehen wir auch darin, dass inzwischen viele Menschen ihr Umfeld genauer beobachten. So konnten im Frühjahr zahlreiche, noch kleine und meist bodennahe Nester gemeldet und von engagierten Fachleuten entfernt werden.
Wird ein Nest nicht rechtzeitig entdeckt und entfernt, können daraus im späten Herbst hunderte Jungköniginnen ausfliegen. Diese versuchen dann, im nächsten Jahr wieder neue Hornissenvölker aufzubauen. Ohne Bekämpfung, schätzt man, könnte sich die Anzahl der Nester von einem zum nächsten Jahr verfünffachen.
Problem der neuen Technik der Telemetrie zur Nestersuche ist, dass diese Geräte ca. 3.500 Euro kosten und dass auch die kleinen Sender beim Einsatz verloren gehen können und dann ersetzt werden müssen.
Ein kleiner Kreis Vredener Imker hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ausbreitung des Schädlings einzudämmen. Auch die Stadt Vreden hat Hilfe zugesagt. Weitere Unterstützer, die etwa bei der Suche der Nester helfen könnten, sind sehr willkommen.
Um auch in Vreden mit der Technik der Telemetrie schnell und effektiv arbeiten zu können, gibt es über GoFundMe einen Spendenaufruf. Nähere Informationen dazu findet man bei Hornissen.suchtrupp@gmail.com.
Wichtig zu wissen ist noch: Wenn Nester an/in Privathäusern entfernt werden, entstehen Kosten für die Hausbesitzer. Ratsam ist es, sich bei seiner Gebäudeversicherung (oder Haftpflichtversicherung) zu erkundigen, ob Nestentfernung eingeschlossen ist oder eingeschlossen werden kann. Nester sitzen zu lassen, ist jedenfalls eine gefährliche Wette auf die Zukunft.
