Austausch zur Zukunft der Grundwasserentnahme durch die SGW

Beteiligte diskutieren über Alternativen zur Grundwassernutzung

Alle Beteiligten der Veranstaltung zur Grundwasserförderung. © Stadt Vreden

Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) hat im vergangenen Jahr rund 6,7 Mio. Kubikmeter Grundwasser zur Salzgewinnung gefördert. Betroffen von der Grundwasserförderung sind insbesondere Bereiche in Vreden-Doemern und Ahaus-Hörsteloe, in denen sich die Grundwasserbrunnen der SGW befinden. Um dort eine spürbare Entlastung zu erwirken, kamen kürzlich die Beteiligten im Vredener Rathaus zusammen, um sich über den aktuellen Sachstand zur Wasserförderung, der Genehmigung und alternativen Wasserquellen auszutauschen. Vertreterinnen und Vertreter der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW), des Gutachterbüros Aquanta, der Bezirksregierungen Arnsberg und Münster, der betroffenen Städte Gronau, Ahaus und Vreden sowie des Kreises Borken kamen dazu an einen Tisch. Von der Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Genehmigungsbehörde für die wasserrechtliche Erlaubnis nahmen Regierungspräsident Heinrich Böckelühr, vom Kreis Borken Landrat Dr. Kai Zwicker, von der Stadt Ahaus Bürgermeisterin Karola Voß, von der Stadt Gronau Bürgermeister Jörg von Borczyskowski und von der Stadt Vreden Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp und viele weitere Beteiligte der Behörden und Unternehmen an dem Treffen teil.

Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung der Grundwasserförderung und -nutzung durch die SGW für die Menschen in der Region. Viele Menschen sorgen sich um mögliche negative Umweltauswirkungen durch die Grundwasserförderung. Ziel müsse es sein, weniger Grundwasser in Doemern und Hörsteloe zu entnehmen, um eine Grundwasserversorgung in den Gebieten für die Natur sicherzustellen.

Zum Hintergrund: Um Salz aus der Erde zu gewinnen, wird dies durch Wasser aus dem Gestein gelöst. Das nun entstandene Solewasser wird durch Leitungen zu den Abnehmern, den Chemiewerken im Ruhrgebiet, gepumpt. Dort wird das Salz wieder vom Wasser getrennt und weiterverarbeitet, zum Beispiel für diverse chemische Erzeugnisse in der chemischen Industrie. Aber auch die Glasindustrie, chemische Reinigung, Abgasreinigung, Pharmaindustrie oder die Lebensmittelindustrie benötigt das Salz. Das übriggebliebene Wasser wird wieder dem Oberflächengewässer zugeführt und landet so letztlich im Meer. Das Problem dabei ist, dass es nicht wieder zurück ins Münsterland gelangt.

Bisher wurde für den Salzgewinnungsprozess in Gronau-Epe das Grundwasser aus den Wassergewinnungsanlagen in Ahaus-Hörsteloe und Vreden-Doemern genutzt. Die aktuelle wasserrechtliche Erlaubnis dazu läuft Ende 2030 aus – die Städte Ahaus und Vreden sind sich einig: Eine erneute, dauerhafte Erlaubnis kann nur mit einer deutlichen Reduzierung des Grundwasserbedarfs einhergehen. Eine durch die SGW beauftragte Machbarkeitsstudie zeigt, dass die Nutzung von gereinigtem Abwasser als Ersatzressource grundsätzlich geeignet wäre. Nun wird daher geprüft, ob geklärtes Wasser aus den Kläranlagen der betroffenen Städte eine Lösung sein kann. Dazu bleiben die Beteiligten im engen Austausch und forcieren eine Alternative zur Wasserentnahme in Vreden und Hörsteloe.

Bürgermeister Dr. Tenostendarp stellt nach dem Gespräch klar: „Die trockenen Sommer der letzten Jahre machen deutlich, dass das Grundwasser ein kostbares Gut ist. Es freut mich, dass alle Beteiligten an einer Alternative für die Grundwasserentnahme in unserer Region arbeiten. Das Ziel der Verringerung der Grundwasserentnahme werden wir weiterverfolgen und nehmen das Thema wieder auf die Tagesordnung.“

Der offene Austausch zur weiteren Vorgehensweise im Sinne der guten Zusammenarbeit soll zu gegebener Zeit wiederholt werden.

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