Trotz weiterhin bestehender wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigte sich der Arbeitsmarkt im Kreis Borken im Jahr 2025 insgesamt stabil und positiv. Nachdem die Arbeitslosenzahlen im Jahr 2024 noch angestiegen waren, ist im abgelaufenen Jahr 2025 – von üblichen saisonalen Schwankungen abgesehen – wieder ein klarer Rückgang zu verzeichnen. Dieser Trend lässt sich insbesondere bei ausländischen Arbeitslosen feststellen: Viele Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflüchtet sind, konnten inzwischen erfolgreich in Beschäftigung vermittelt werden. Gleichzeitig gingen die Zuzüge im Rahmen von Asylverfahren zurück, was zusätzlich zu einer Entspannung beigetragen hat.
„Diese Entwicklung ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit unseres regionalen Arbeitsmarktes“, betont Landrat Dr. Kai Zwicker. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit von Jobcentern, Unternehmen und weiteren Partnern ist.“ Bis zum Jahresende sank die Zahl der SGB-II-Arbeitslosen kontinuierlich. Im Dezember 2025 betreuten die Jobcenter im Kreis Borken insgesamt 6.755 arbeitslose Menschen. Die SGB-II-Arbeitslosenquote verringerte sich damit von 3,0 Prozent im Januar 2025 auf 2,5 Prozent im Dezember 2025. Einen vergleichbar niedrigen Wert hatte es zuletzt im September 2022 gegeben. Im landesweiten Vergleich steht der Kreis Borken damit weiterhin sehr gut da (NRW insgesamt: 5,2 Prozent). Besonders positiv hervorzuheben ist der deutliche Rückgang des Hilfebedarfs: Insgesamt waren im Jahr 2025 spürbar weniger Menschen im Kreis Borken auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen als noch im Vorjahr. Nach einem kontinuierlichen Rückgang im Jahresverlauf bezogen zum Jahresende 15.664 leistungsberechtigte Personen in 7.892 Bedarfsgemeinschaften entsprechende Leistungen. Die im Herbst 2023 in Nordrhein-Westfalen gestartete „Vermittlungsoffensive“ wurde auch im Jahr 2025 weiter intensiviert. Mit ihrer Fortführung im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 leistete sie erneut einen wichtigen Beitrag dazu, inländische Arbeitsmarktpotenziale besser zu erschließen und Menschen neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. Ziel bleibt es, dem Arbeits- und Fachkräftemangel nachhaltig entgegenzuwirken. In diese Bemühungen sind ausdrücklich auch geflüchtete Menschen – etwa aus der Ukraine oder aus anderen Herkunftsländern – einbezogen. Die Maßnahmen führten zu einer insgesamt gestiegenen Integrationsquote bei der „Integration in Arbeit“. Mit aktuell 22,2 Prozent liegt der Kreis Borken im Münsterlandvergleich zwar hinter den Kreisen Coesfeld, Steinfurt und Warendorf, jedoch deutlich über der landesweiten Quote von 19,9 Prozent. Weiterhin im Blick behält das „Jobcenter für den Kreis Borken“ die Entwicklung der sogenannten Langzeitleistungsbeziehenden. Dabei handelt es sich um Personen, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens 21 Monate hilfebedürftig waren. Im Jahr 2025 erreichten einige Menschen im SGB-II-Bezug diesen Status, sodass die Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden angestiegen ist. Diese Entwicklung verläuft derzeit gegenläufig zum allgemeinen Rückgang der Arbeitslosigkeit und des Hilfebedarfs. „Dieser Anstieg ist vor allem eine zeitverzögerte Folge des Fallzahlanstiegs aus dem Vorjahr und kein Ausdruck einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes“, ordnet Landrat Dr. Zwicker ein. „Umso wichtiger ist es, diese Personengruppe weiterhin gezielt zu unterstützen und individuelle Wege in Richtung Beschäftigung zu eröffnen.“
