„Wussten Sie, dass Tuberkulose meistens die Lunge betrifft und ‚nur‘ Lungentuberkulose ansteckend ist?“ So steht es auf einem der Plakate, die anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am Dienstag, dem 24. März 2026, ab sofort im Eingangsbereich des Borkener Kreishauses zu sehen sind. Das Kreisgesundheitsamt möchte mit einer Informations- und Plakatkampagne auf die Infektionskrankheit Tuberkulose aufmerksam machen und mit Vorurteilen aufräumen. Denn: Auch heute noch leiden Tuberkulose-Erkrankte häufig unter Stigmatisierung und Ausgrenzung. In Deutschland ist die Erkrankung zwar selten, aber weltweit sterben jedes Jahr rund 1,3 Millionen Menschen daran – damit ist sie die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. „Dabei ist Tuberkulose behandelbar und heilbar!“, betonen Frank Münstermann und Karin Barenberg aus dem Bereich Infektionsschutz des Kreisgesundheitsamtes, der unter anderem auch für die Tuberkulosefürsorge zuständig ist. Die Tuberkulosefürsorge umfasst dabei zahlreiche Aspekte. Es geht gleichermaßen um die konkrete Betreuung und Begleitung von Erkrankten sowie um präventive Maßnahmen. Konkret betreut und berät das Team der Tuberkulosefürsorge im Kreisgesundheitsamt Erkrankte, Angehörige sowie Personen im näheren Umfeld. Sie leiten alle erforderlichen Maßnahmen ein, um weitere Ansteckungen und Ausbreitungen zu verhindern. Genauso ist es ihre Aufgabe, die Behandlung von Erkrankten sicherzustellen und die Therapie zu überwachen. „Wir klären auf und kümmern uns um Präventionsmaßnahmen“, erläutert Karin Barenberg. Statistisch betrachtet ist weltweit etwa jeder vierte Mensch mit Tuberkulose infiziert. Aber: Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Infizierten erkranken tatsächlich im Laufe ihres Lebens. 95 Prozent der Tuberkulose-Fälle treten in Ländern auf, in denen Armut, Krisen und Kriege herrschen und deren Gesundheitssysteme nicht ausreichend ausgestattet sind. Es ist die Haupt-Todesursache für Menschen, die mit HIV leben. In Deutschland ist Tuberkulose heute eine seltene Erkrankung. „Auch wenn wir in Deutschland durch wirksame Maßnahmen nur niedrige Fallzahlen haben, können wir nur gemeinsam weltweit das Geschehen eindämmen“, verdeutlicht Frank Münstermann. Migration beeinflusst die epidemiologische Entwicklung – durch konsequente Behandlung, wirksame Präventionsmaßnahmen und die Arbeit der Tuberkulosefürsorge bleibt die Zahl der Erkrankungsfälle in Deutschland jedoch insgesamt auf niedrigem Niveau.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich die Plakate zu den regulären Öffnungszeiten des Borkener Kreishauses im Eingangsbereich vor dem Kreisrestaurant ansehen. Auch auf der Internetseite des Kreises Borken stehen unter dem Stichwort „Tuberkulose“ zahlreiche Informationen und Ansprechpersonen zur Verfügung.
