Am 13. Juli 2026 konnte der Vorsitzende der CDU Senioren-Union Vreden, Franz Grevenbrock, den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, und die Landtagsabgeordnete Heike Wermer in der Gaststätte Meyerink vor rund 130 Teilnehmern begrüßen.
Zu den Gästen zählte auch der Bürgermeister der Stadt Vreden, Dr. Tom Tenostendarp. Wie bei den Veranstaltungen der CDU Senioren-Union üblich, kam auch der gesellige Teil nicht zu kurz. Bei Kaffee, Kuchen und belegten Schnittchen nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Der lebhafte Geräuschpegel zeigte deutlich, dass es viele Gesprächsthemen gab.
Die Zeit bis zum Eintreffen des Ministers nutzten zunächst Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp und anschließend Heike Wermer MdL, um über aktuelle Entwicklungen in der Stadt Vreden sowie über die politische Lage in Land Nordrhein-Westfalen zu berichten.
Minister Karl-Josef Laumann traf gegen 17.20 Uhr am Veranstaltungsort ein. Die Erwartungen der Zuhörer waren groß und wurden voll erfüllt. In seiner gewohnt offenen und sachlichen Art sprach der Minister die bestehenden Herausforderungen an, ohne den Anwesenden nach dem Mund zu reden.
Zu Beginn seines Vortrags beschäftigte sich Karl-Josef Laumann mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Nordrhein-Westfalen. Er erläuterte, dass sich nur noch rund 25 Prozent der Arbeitsplätze im Produktionssektor befinden. Gemeinsam mit der Landwirtschaft sei dieser Bereich jedoch nach wie vor die Grundlage der originären Wertschöpfung. Das Münsterland bilde hierbei eine erfreuliche Ausnahme, da dort noch etwa 35 Prozent der Arbeitsplätze dem Produktionssektor zuzuordnen seien. Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass gerade im industriellen Bereich weiterhin Arbeitsplätze verloren gingen. Deutschland sei nicht mehr in allen Bereichen der Technologietreiber, während die Arbeitskosten im internationalen Vergleich hoch seien. Sorge bereitet ihm momentan neben den kriegerischen Konflikten auf der Welt insbesondere das seit Jahren stagnierende Wirtschaftswachstum in Deutschland. China verfolgt durch ständige Überproduktionen die Absicht, die europäische Wirtschaft klein zu machen.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war das Thema Sicherheit, das insbesondere für ältere Menschen von großer Bedeutung ist. Laumann unterschied dabei zwischen drei Bereichen: der äußeren Sicherheit, die in die Verantwortung des Bundes fällt, der inneren Sicherheit, für die das Land Nordrhein-Westfalen und Innenminister Herbert Reul verantwortlich sind, sowie der sozialen Sicherheit, die sowohl Aufgaben des Bundes als auch des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW umfasst.
Ausführlich ging der Minister anschließend auf die Situation des Gesundheitswesens ein. Er sprach offen über bestehende Probleme, zeigte aber gleichzeitig positive Entwicklungen auf. Insbesondere hob er die zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser sowie die Bildung von Klinikverbünden hervor. Angesichts der steigenden medizinischen Anforderungen sei es heute nicht mehr möglich, dass jede Stadt über ein Krankenhaus mit sämtlichen Fachabteilungen verfüge.
Ein weiteres wichtiges Thema war die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Laumann erläuterte, dass die Landesregierung ein Förderprogramm aufgelegt habe, um dem drohenden Hausärztemangel entgegenzuwirken. Jährlich würden 200 zusätzliche Medizinstudienplätze für Bewerberinnen und Bewerber bereitgestellt, die sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung als Hausärztinnen oder Hausärzte im ländlichen Raum tätig zu werden. Die ersten Teilnehmer dieses Programms befänden sich inzwischen in ihrer Facharztausbildung und würden in absehbarer Zeit die medizinische Versorgung auf dem Land verstärken. Dieses Programm werde Jahr für Jahr fortgeführt und stelle einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der hausärztlichen Versorgung dar.
Auch das Thema Pflege nahm einen breiten Raum ein. Der Minister wies darauf hin, dass die Kosten für einen Platz in einer stationären Pflegeeinrichtung erheblich seien. Dennoch könnten viele pflegebedürftige Menschen ihren Eigenanteil noch aufbringen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der überwiegende Teil der Pflege (ca. 87%) in Deutschland von Angehörigen geleistet werde. Ohne deren großes Engagement würde das deutsche Pflegesystem sowohl organisatorisch als auch finanziell an seine Grenzen stoßen.
An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Die meisten Fragen der Anwesenden bezogen sich auf die Pflegeversicherung und die zukünftige Entwicklung der Pflege. Karl-Josef Laumann beantwortete sämtliche Fragen ausführlich, kompetent und sachlich. Keiner Frage wich er aus.
Gegen 18.45 Uhr endete die Fragerunde. Der Vorsitzende Franz Grevenbrock bedankte sich im Namen aller Anwesenden herzlich bei Minister Karl-Josef Laumann für seinen informativen und offenen Vortrag. Der langanhaltende Applaus zeigte deutlich, dass die Teilnehmer diesen Dank uneingeschränkt teilten.
Zum Abschluss verabschiedeten Franz Grevenbrock und die stellvertretende Vorsitzende Christa Hemsing den Minister mit einem von „Mit Hand und Herz e.V.“ gefertigten Flamingo. Im Anschluss nutzte Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp die Gelegenheit, Karl-Josef Laumann in das Goldene Buch der Stadt Vreden einzutragen. Damit fand ein inhaltsreicher und gelungener Nachmittag einen würdigen Abschluss.
